Bern, im März 1798: Das Ancien Regime bricht nach dem Einmarsch der französischen Truppen zusammen. Die Menschen sind erschüttert und entfesselt zugleich: Mit einem Mal herrscht eine Stimmung, in der alles erlaubt scheint. Lebendig und temporeich erzählt Hartmann in einem historischen Roman von dem Wendepunkt, an dem das alte System kippt und die neue Ordnung noch nicht gilt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.06.2007
Lukas Hartmann lässt in diesem historischen Roman den Berner Schultheiß, einen Korporal der Berner Stadtwache und eine Dienstmagd, die in Notwehr einen französischen Soldaten erschlagen hat, in einer Märznacht 1798 zu Schiff über den Thunersee flüchten, und nach Ansicht von Rezensent Joseph Hanimann gelingt es dem Schweizer Autor ganz gut, seine Erzählung in Rückblenden der drei Hauptfiguren zu entwickeln. Kaum je stören den Rezensenten "angelesen" wirkendes historisches Hintergrundwissen, und insgesamt gewinnt die Übergangszeit der Französischen Revolution in den subjektiven Erinnerungen und Gedanken der Figuren Kontur, lobt Hanimann. Insbesondere die Figur des Schultheiß', der versucht, der Französischen Revolution militärischen Widerstand entgegenzusetzen, findet Hannimann reizvoll. Ein bisschen bedauert er es dagegen, dass man am Ende nicht erfährt, was aus den beiden anderen Hauptfiguren wird, und Hartmann sie sang- und klanglos im Dunkel der Geschichte verschwinden lässt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.02.2007
Lukas Hartmanns Roman spielt im Jahr 1798 nach dem Fall des stolzen Bern. In klassischer Manier wird die Einheit von Ort, Zeit und Handlung gewahrt. In einer Märznacht des Jahres sind der konservative letzte Schultheiss von Bern Niklaus Friedrich von Steiger, seine Ordonnanz Christian Dubi (beides historisch verbürgte Figuren) und die Wäscherin Maria in einem Boot auf der Flucht. Von dieser Erzählgegenwart gehen die Schilderungen der allgemeinen wie der historischen Geschichte aus. Die Rezensentin Beatrice Eichmann-Leutenegger zeigt sich beeindruckt von der Fähigkeit des Autors, nicht nur aus den Quellenberichten lebendige Figuren zu entwickeln, sondern mit großer "empathischer Begabung" sich auch in die Frauenfigur der Maria zu versetzen. Als Höhepunkt des Romans bezeichnet sie einen Streit zwischen dem Schultheissen Steiger und seinem Rivalen Karl Frisching.
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