Luigi Malerba

Der Traum als Kunstwerk

Cover: Der Traum als Kunstwerk
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2002
ISBN 9783803112118
Gebunden, 112 Seiten, 12,90 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Moshe Kahn.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.01.2003

Kreuz und quer bewegt sich der Schriftsteller Luigi Malerba durch das weite Feld der Geschichte des Traums. Von der Apokalypse des Johannes bis Nietzsche, von den Surrealisten bis George Steiner kommt bei weitem, so die Rezensentin Barbara Castoir, nicht alles vor, wie könnte es, aber viel und vieles. Malerba hat als Drehbuchautor angefangen, also überrascht es nicht, dass ihn die Beziehung des Traums zum Film besonders interessiert, aber die Antike mit ihren Traumweissagungen hat ebenso ihren Platz wie grundsätzliche Fragen nach der Struktur, nach einer "Sprache" des Traums. Zwar, meint Castoir, ist das Material in diesem Band etwas "wild ausgestreut", aber gerade in der "Subjektivität" des ganzen liege auch ein Reiz. Die Rezensentin jedenfalls hat das Buch "mit Gewinn" gelesen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.10.2002

Den deutschen Titel sollte man am besten gleich wieder vergessen, meint die Rezensentin Alice Vollenweider etwas irritiert. Denn es sei "unverständlich", warum hier von "Kunstwerk" die Rede sei, wenn Malerba lediglich auf die Komposition der Träume zu sprechen komme und die Frage nach einer "Verwandtschaft zwischen Traum und Dichtung" bestenfalls "streife". Malerba, so Vollenweider, vertritt nicht die These, der Traum sei ein Kunstwerk - aus dem einfachen Grund, dass er gar keine These vertritt. Er greife vielmehr bestehende Thesen an, wie etwa Freuds Traumdeutung und die surrealistische "ecriture automatique". Nicht der latente, aus der Interpretation hervorgehende Inhalt der Träume interessiert ihn, so die Rezensentin, sondern der "manifeste", in seiner phantastischen Anordnung "ohne Vergangenheit und Zukunft in einer Gegenwart, die von Ferne umhüllt ist". Dass Malerba eine Art Katalogisierung der Träume vornehme, die "wenig Neues" bringe, leuchte höchstens ein als "Vorwand, Träume zu erzählen". Für Malerba ist der Traum letztlich eine Möglichkeit, aus einer positivistisch vermessenen Welt auszubrechen und "aus dem Dunkel des Nichts" erlöst zu werden, meint Vollenweider.

Beliebte Bücher

Robert Seethaler. Die Straße - Roman . Claassen Verlag, Berlin, 2026.Robert Seethaler: Die Straße
Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…
Nelio Biedermann. Lázár - Roman . Rowohlt Berlin Verlag, Berlin, 2025.Nelio Biedermann: Lázár
Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…
Lukas Rietzschel. Sanditz - Roman . dtv, München, 2026.Lukas Rietzschel: Sanditz
Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,…
Elizabeth Strout. Erzähl mir alles - Roman. Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Elizabeth Strout: Erzähl mir alles
Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…