Aus dem Polnischen von Lothar Quinkenstein. Herings drei Erzählungen aus den Jahren der deutschen Besatzung Polens galten anderen polnischen Schriftstellern als besonders und bedeutend in ihrer Darstellung der Alltäglichkeit der Vernichtung. In der Erzählung über das "Schlupfloch" in der Ghettomauer, das als Schmuggelweg diente, schreibt Hering: "Das Ghetto lebte von
Warschau - und Warschau lebte vom Ghetto. Jeder zog seinen Nutzen daraus, jene reinen Seelen ausgenommen, die ihren Nutzen zogen, ohne es wahrhaben zu wollen."
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.06.2017
Für Marta Kijowska gehören die drei Erzählungen des Malers und Regisseurs Ludwik Hering zum Eindrucksvollsten, was die polnische Kriegsliteratur zu bieten hat. Die der Warschauer Wirklichkeit abgeschauten Geschichten um das Ghetto und die Okkupation überzeugen die Rezensentin durch den ruhigen Blick des Malers, der ihnen Plastizität verleiht, wie Kijowska feststellt. So düster und dramatisch die Bilder in den Texten sind, so genau vermittelt der Autor mit ihnen die Realität, lobt die Rezensentin.
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