Höchst bekannte Personen sind es, die dem Leser in Ludwig Harigs neuem Buch begegnen. Der große Maler Hieronymus Bosch bezwingt seinen inneren Schweinehund, indem er ihn leibhaftig in sein Gemälde von der Versuchung des heiligen Antonius bannt. Der Physiker Leo Szilard überzeugt auf einer gemütlichen Terrasse in Princeton Albert Einstein von der Notwendigkeit einer amerikanischen Atombombe und steht dann selbst vor der Versuchung, sich an ihrer Konstruktion zu beteiligen. Der junge Pelé kickt sich aus ärmsten Verhältnissen zum Weltstar empor - wie geht einer dann aber um mit den Verlockungen des Reichtums?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.12.1999
Lutz Hagestedt fragt sich in seiner kurzen Besprechung, warum der Autor die sechs kleinen Erzählungen dieses Bandes "sechs Verführungen" genannt hat und beantwortet seine Frage mit der Feststellung, Verführung und Phantasie gehörten, da in ihnen etwas Neues geschehe, wohl zusammen. Grenzen der Welt, Grenzen der Sprache: das sei der Kern dieser Geschichten, die alle von "Grenzgängern" handelten, u.a. vom Maler Hieronymus Bosch, dem Kernphysiker Szilard und dem Fußballer Pelé.
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