Unter Mitwirkung von Alexander Fürst zu Dohna (†) und mit einem Beitrag von Ursula Gräfin zu Dohna. In zahlreichen Abbildungen stellt diese (kunst-)historische Dokumentation die annähernd 30 Schlösser und Herrenhäuser der Adelsfamilie Dohna mit einem umfangreichen, bisher meist unveröffentlichten gewachsenen Bestand an historischen Kunstwerken vor. Gleichzeitig wird das politische, gesellschaftliche und kulturelle Wirken der Familie Dohna in den Blick genommen: die Regierung ihres Territoriums, der mittelalterlichen Burggrafschaft Dohna, ihre bedeutende Rolle im Werden des preußischen Staates bis zu ihrem Verhalten im Dritten Reich zwischen Kollaboration und Widerstand. Der räumliche Einflussbereich reicht von Böhmen nach Schweden, von Südfrankreich und Holland bis in die Weite Ostmitteleuropas. Diese Einzelstudie zur Sozial- und Kulturgeschichte des Adels eröffnet neue Perspektiven auf die allgemeine Geschichte Preußens und Ostpreußens.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.05.2013
Geradezu feierlich zumute wird dem Rezensenten Werner Paravicini bei der Lektüre dieses Bandes, der die Geschichte der weitverzweigten Adelsfamilie Dohna wiedergibt und damit ein Schlaglicht auf viele Perioden der deutschen Geschichte erlaubt - denn erwähnt wurden die Dohnas erstmals im 12. Jahrhundert, und es verschlug sie von Sachsen nach Ostpreußen, aber auch in alle möglichen anderen Regionen Europas. Sie hatten Kontakte zu Fürsten, Kaisern, Königen, waren mit anderen Häusern versippt und verschwägert - und vor allem: Sie hatten eine Menge schöner Schlösser, um die es hier auch geht. Eine versunkene Welt also, besonders wenn es um Ostpreußen geht. Dabei, so versichert der Rezensent, ist nichts an dem Duktus der Texte sentimental oder gar revanchistisch. Auch die Nazizeit betreffend kommt beides vor: Teile der Familie verehrten Hitler, aber der Vater des Hauptautors des Bandes wurde als Widerständler 1944 in Plötzensee hingerichtet.
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