Klappentext
Loretta Würtenberger und Hubertus Graf Zedtwitz nähern sich in "Eine Sprache der Liebe" der jahrtausendealten Beziehung zwischen Mensch und Pferd und eröffnen eine Perspektive, die weit über die Reitkunst hinausweist. Das Buch verbindet persönliche Erfahrungen mit philosophischen und historischen Reflexionen und schafft so einen Raum, in dem Kommunikation, Vertrauen und Beziehung neu gedacht werden. Im Zentrum steht die Sprache der Reitkunst, deren Begriffe - "Hilfen", "Anlehnung", "Losgelassenheit" - nicht nur technische Anweisungen sind, sondern zu Metaphern für das menschliche Miteinander werden. Die Interaktion zwischen Reiterin und Pferd wird zur Grundlage eines stillen Dialogs, der sich auf universelle Fragen von Harmonie, Nähe und Vertrauen übertragen lässt.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 15.05.2025
In der Zeit nimmt der russische Schriftsteller Viktor Jerofejew nimmt dieses Buch von Loretta Würtenberger und Hubertus Graf Zedtwitz zum Anlass, anhand von Beispielen bei Gogol, Dostojewski und Co über die Rolle von Pferden in der russischen Literatur nachzudenken. Über das besprochene Buch erfahren wir, dass die ehemalige Richterin Würtenberger erst von der Pferdeliebe des Dressurreiters Zedtwitz angesteckt wurde. Die Autoren nehmen uns mit auf einen kulturgeschichtlichen Ritt durch das Verhältnis von Pferd und Mensch, so erfahren wir etwa, was passiert, wenn die Pferde ihre Rolle als Nutztiere verlieren: So begegnet dem Rezensenten beispielsweise eine Stute, die bei den Würtenbergers quasi zum Familienmitglied wird. Konkreter wird die Rezension nicht, Jerofejew lässt jedoch durchscheinen, dass ihm die Lektüre Freude bereitet hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.04.2025
Kein wissenschaftliches Pferdebuch hat Loretta Würtenberger geschrieben, stellt Daniela Strigl in ihrer insgesamt zugewandten Rezension klar, sondern eine deutlich freiere Annäherung an das Thema Reiten, beziehungsweise die Beziehung von Pferd und Mensch. Hubertus Graf Zedtwitz ist, erläutert Strigl, zwar als Koautor genannt, aber nur, weil er als Reitlehrerin der Autorin dieser seine Philosophie der Pferde nahegebracht hat, außerdem finden sich im Buch noch Aquarelle Erwin Wurms, die der Rezensentin gut gefallen. Worum geht es nun konkret? Die Autorin, eine ehemalige Richterin, lebt mit Familie und Pferden im Havelland und will mit einem der Pferde an Turnieren teilnehmen, was zuerst von wenig Erfolg gekrönt ist, weshalb, lernen wir, der Trainer ins Spiel kommt. Im Folgenden bringt uns das Buch Begriffe des Reitwesens näher, wobei die Autorin auf überraschende Quellen einer zärtlichen Reitersprache stößt - in Schriften der preußischen Kavallerie, auch Literarisches von Fontane und Rilke wird zu Rate gezogen. Weiterhin gibt es laut Strigl eine erotische Spannung zwischen Schülerin und Lehrer, erfahren wir, die sich zumindest sprachlich niederschlägt, außerdem erzählt das Buch über die Jugend der Autorin und ihren pferdeverrückten Vater. Es ist also viel los und auch wenn Strigl anfangs andeutet, dass Würtenberger ihr Thema mit "wechselnder Fortune" bearbeitet, scheint sie sich insgesamt wohl zu fühlen mit diesem Buch.