Aus dem Englischen von Eva Riekert. Holland, 1942. Die Welt befindet sich im Krieg, die Macht der Nazis wächst von Tag zu Tag, und jüdische Familien sind in großer Gefahr. Die zwölfjährige Mila und ihre ältere Schwester Hannie werden deshalb von ihren Eltern zu einer Familie in Amsterdam geschickt, mit neuen Identitäten und der strikten Anweisung, niemandem zu sagen, dass sie Juden sind. Aber Hannie will nicht einfach alles stumm ertragen. Sie ist entschlossen, sich zu wehren, und wird als Undercover-Agentin in den niederländischen Widerstand aufgenommen: Geheimname Eisvogel! Mila ahnt nichts von den verborgenen Aktivitäten ihrer Schwester. Doch eines Tages entdeckt sie etwas, das ihr ganzes Leben und das vieler anderer für immer verändern wird .
Rezensent Christoph Vormweg liest mit "Geheimname Eisvogel" einen eingängigen, überaus packenden Jugendroman über Ausgrenzung, über Widerstand und die Bedeutung der Vergangenheit für die Gegenwart. Im Zentrum steht die dreizehnjährige Liv, die in der Schule mit der Ausgrenzung zu kämpfen hat, lesen wir. Eine Geschichtsaufgabe führt sie zu ihrer Oma Bubbe, die sonst nie über ihre Vergangenheit spricht, doch die Ausgrenzungserfahrung verbindet die beiden Frauen, und die Großmutter beginnt zu erzählen - von ihrer jüdischen Herkunft, von der Verfolgung durch die deutschen Besatzungsmächte, ihrem Aufwachsen in einer niederländischen Pflegefamilie gemeinsam mit ihrer Schwester Hanni und dem Jungen Willem. Die Erzählung aus Livs Gegenwart wird nun geschickt ergänzt um drei weitere Perspektiven - die der Großmutter, die des Jungen und die der Schwester Hanni, welche damals im Widerstand gegen die deutschen Besatzer kämpfte. Kessler verschränkt und verbindet diese vier Erzählungen mit viel Gespür für Dramatik und für Nuancen. Auf diese Weise gelingt es ihr die Zusammenhänge aufzuzeigen zwischen damals und heute, sowie die große Bedeutung des Dialogs zwischen den Generationen, so der berührte Rezensent.
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