Aus dem amerikanischen Englisch von Bettina Abarbanell und Nikolaus Hansen. Bei einem verhängnisvollen Sherry beschließen Cyril und Kay Wilkinson, mit 80 Jahren freiwillig aus dem Leben zu scheiden. Krankheit, Siechtum und Leid: Die beiden wissen, danach geht es bergab. Doch was, wenn einer von ihnen den letzten Akt nicht über sich bringt? Wenn sie die neue Freiheit des Alters so sehr genießen, dass ihr Plan aus dem Blick gerät? Oder sich der Tod am Ende ganz überwinden lässt - was tun mit all der Ewigkeit?
Wer Angst vor Spoilern hat, sollte Christoph Vormwegs Rezension von Lionel Shrivers Roman lieber nicht lesen. Denn Vormweg beschäftigt sich in erster Linie mit den vielen alternativen Enden, die Shriver ihrer Geschichte um Kay und Cyril verpasst. Die beiden sind ein Ehepaar, das beschließt, mit 80 Jahren gemeinsam Selbstmord zu begehen, um niemandem zur Last zu fallen. Als die beiden das entsprechende Alter erreicht haben, grassiert allerdings gerade die Corona-Pandemie, was die Sache erschwert. Shriver spielt laut Vormweg verschiedene Szenarien durch, mal stirbt nur einer der beiden, mal beschließen sie, sich selbst eine Gnadenfrist zu gewähren. Insgesamt ein durchaus lustiges literarisches Spiel, so der Rezensent, das angesichts unserer alternden Gesellschaft durchaus relevant sei. Nur die etwas arg kunstlose, dialoglastige literarische Form schadet bisweilen Vormwegs Lesevergnügen.
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