Konstanz 1941. Vergeblich versuchen der jüdische Pianist Helmut Spiegler und seine Frau Eva über die Grenze in die Schweiz zu flüchten. Nur einer, so flüstert ihnen jemand zu, kann helfen: Gero von Nohlen, ein schwerreicher Immobilienhändler, der Häuser von geflüchteten Juden verwaltet. Tatsächlich nimmt von Nohlen sie unter dem Vorwand, sie seien ausgebombte Verwandte, in sein Haus auf. Während sich Helmut in die hermetische Welt der späten Beethovensonaten versenkt, gerät Eva in einen Mahlstrom gefährlicher Gefühle, der am Ende ein Leben kostet. Die tragischen Ereignisse des Frühjahrs 1945 bleiben sechzig Jahre lang verborgen, bis Gero von Nohlens Enkel bei Recherchen zur Lebensgeschichte seines nach dem Krieg mit Ämtern und Auszeichnungen honorierten Großvaters die Vergangenheit zum Sprechen bringt und die Lebenslüge einer ganzen Familie entlarvt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.11.2006
Das ging daneben. Den Roman hält Martin Halter für den bislang schlechtesten des Autors Marc Buhl. Zu augenfällig erscheint ihm die Konstruktion der Geschichte um Verantwortung und Schuld, zu schwer der Stoff, zu beschränkt die sprachlichen Mittel Buhls, zu klischeebeladen die Figuren. Was als multiperspektivisch angelegte Vergangenheitsbewältigung gedacht war, liest der Rezensent als haarscharf am politischen Kitsch vorbeischrammendes Melodram. Buhls Bemühung um Behutsamkeit bei der Behandlung des Generationenkonflikts um kriegsbedingte Lebenslügen - in Halters Augen schlägt sie, von "einigen schönen Szenen" abgesehen, fehl.
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