Lina Atfah

Das Buch von der fehlenden Ankunft

Gedichte. Arabisch - Deutsch
Cover: Das Buch von der fehlenden Ankunft
Pendragon Verlag, Bielefeld 2019
ISBN 9783865326416
Gebunden, 152 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Arabischen übersetzt und nachgedichtet von: Dorothea Grünzweig, Mahmoud Hassanein, Brigitte Oleschinski, Hellmuth Opitz, Christoph Peters, Annika Reich, Joachim Sartorius, Mustafa Slaiman, Suleman Taufiq, Julia Trompeter, Jan Wagner, Kerstin Wilch, Osman Yousufi. Mit einem Vorwort von Nino Haratischwili.  Lina Atfahs Gedichte gleichen einem traumwandlerischen Tanz auf einer Rasierklinge: Hier Verse, die in präziser Bildhaftigkeit wie Schnappschüsse ihren Fokus auf die zerrissene Heimat Syrien richten, auf Flucht, Vertreibung und Verbrechen. Dort sinnliche Gedichte, die vollgesogen sind von allerlei arabischen Mythen und Geschichten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.07.2019

Stefan Weidner ahnt das Talent der syrischen Dichterin Lina Atfah. Leider verdecken die übersetzerischen Annäherungen an die Texte im Band laut Weidner allzu oft die Originale anstatt sie zu enthüllen. Das gilt vor allem für die mehrfach übersetzten Texte, meint er. Die Folge ist laut Weidner, dass Atfah im Deutschen keine eigene Stimme erhält, so lesenswert die Fassungen auch sind. Wie Atfah mit dichterischer Tradition umgeht, scheint Weidner problematisch insofern, als es auf ihn oft wie eine Kostümierung wirkt. Am besten gefallen ihm die Texte, wenn sie konkret bleiben, nicht gefühlig werden und kitschig.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.05.2019

Was für ein Land, das solche Dichter ins Exil zwingt, seufzt Rezensentin Angela Schader, die drei neue Lyrikbände syrischer AutorInnen vorstellt: Ramy al-Asheqs "Gedächtnishunde", Khalaf Ali Alkhalafs "Tagebücher eines Krieges" und Lina Atfahs "Buch von der fehlenden Ankunft". In allen dreien geht es - oft mit rabenschwarzem Witz - um den Krieg, das versteht sich. Aber nicht nur. Lina Atfah kann so brutal vom Krieg erzählen wie beschwingt von der Liebe und illusionslos vom Exil, lobt Schader. Einige der Gedichte sind schon in einer Anthologie erschienen, das stört die Rezensent nicht, die völlig hingerissen ist von der Sinnlichkeit, dem Spiel aus "Licht, Form und Farbe" wie in diesem Gedicht, das sie zitiert: "Ich bin ein rollender Pfirsich / ich bin ein Apfel auf der Suche nach Lust und Sünde..."