Ausgewählt und aus dem Chinesischen übersetzt von Thomas O. Höllmann. Mit 25 Farbfotos. In der faszinierenden Welt der chinesischen Poesie bildet Li Bo (auch als Li Bai oder Li Tai Bo bekannt) eine der wichtigsten Stimmen. Seine zeitlosen Gedichte geben in verblüffenden und schönen Bildern faszinierende Einblicke in die Tiefe und Vielfalt der Welt. Der Sinologe Thomas O. Höllmann hat für diesen Band aus dem Gesamtwerk die schönsten Texte ausgewählt, neu übersetzt und gibt zugleich einen Einblick in die Werkstatt des Übersetzers.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.02.2025
Rezensent Wolfgang Kubin empört sich über den von Thomas O. Höllmann herausgegebenen Band mit Gedichten von Li Bo, bzw. Li Bai, wie es laut Kubin richtig heißen müsse. Das ist der erste Fauxpas für den Kritiker und Li Bai-Experten; derartige Namensabänderungen seien eine "Unart der Sinologenschaft", ebenso wie die überall zu beobachtenden allzu "blumigen" Titel für vergleichbare Bände, moniert Kubin. Auch für die Verwendung der veralteten und nur noch für Experten lesbaren Langzeichen im Abdruck der chinesischen Originalgedichte hat der Kritiker, bei aller Anerkennung für die zweisprachige Darstellung, kein Verständnis. Und schließlich stimmt Kubin auch mit der Übersetzungsweise Höllmanns grundlegend nicht überein: diese sei inhaltlich zwar korrekt, aber völlig ohne poetischen Anspruch, "kein Reim, kein Rhythmus", sodass sich dem Leser die Ästhetik der Gedichte sinnlich gar nicht erschließen könne und höchstens Fachleuten zugänglich sei. Dass der Herausgeber im Nachwort dann schließlich eine Position der moralischen Überlegenheit einnimmt und den Dichter als "Großmaul" oder "Reaktionär" bezeichnet, ist für den Kritiker das i-Tüpfelchen in diesem Band, in dem er zwar ein paar neue Texte Li Bais kennenlernt, der ihn ansonsten aber enttäuscht.
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