Levi Ufferfilges "Käppchen", wie seine Großmutter liebevoll zu sagen pflegt, ist sein ständiger Begleiter. Die Kippa ist nicht nur sein liebstes Kleidungsstück, sondern sie erinnert ihn auch an die Zugehörigkeit zum Volk Israel, seiner Religion, seiner Kultur und daran, dass stets etwas über ihn wacht. Damit gehört er zu den wenigen Deutschen, die sichtbar als Juden zu erkennen sind. Dass es immer noch gefährlich sein kann, seinen Glauben so offen zu zeigen, hat auch er zu spüren bekommen. Ob im Zug, beim Einkaufen oder auf der Straße, oft muss er als Dauer-Interviewpartner, als Zuhörer und Tröster herhalten und ist Projektions- und Angriffsfläche für allerhand Klischees über Juden. Manchmal ist es schwer, das auszuhalten. Doch Levi Ufferfilge lässt sich die Freiheit nicht nehmen, seine jüdische Identität offen zu zeigen. Damit ist er auch seinen Schülerinnen und Schülern ein Vorbild.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.06.2021
Rezensent Andreas Scheiner erfährt von Levi Ufferfilge, was es heißt, als junger Jude in Berlin zu leben. Von Anfeindungen, Schikane und offenem Hass erzählt der Autor laut Scheiner ohne Frömmelei, mit Sinn für Heiteres und Bittersüßes. Aus welchem Zeitraum die "zusammengestellten" Eindrücke stammen, erwähnt Scheiner leider nicht. Fast erscheinen sie zeitlos - leider.
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