Schon immer gab es Laien in der Kirche, doch schon früh wurden sie vom Klerus enterbt - theologisch, praktisch und juristisch. Seit dem 2. Vaticanum hat es zwar einen deutlichen Wandel in der Kirche gegeben, doch theologisch sind Laien nach wie vor Christen zweiter Klasse. Leo Karrer entwickelt eine Theologie der Laien, die für eine synodale Kultur in der Kirche eintritt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999
In einer Doppelrezension bespricht Christian Geyer "Nicht immer das alte Lied" von Paul Josef Cordes und "Die Stunde der Laien" von Leo Karrer. Cordes spürt nach Geyer in mehreren Interviews den "neuen Bewegungen" der katholischen Kirche nach. Die meisten der Interviewpartner beriefen sich dabei auf die "Eigenverantwortlichkeit" als Kernelement der Laienspiritualität. Geyer lobt, dass das Buch durchaus auch die Risiken aufzeige, die in diesen neuen Bewegungen lägen. Karrer kommt nicht so gut weg. Geyer wirft ihm vor, "zentrale Fragen auf dem Schnittpunkt von Soziologie und Theologie" nicht deutlich genug zu stellen. Vor allem warne Karrer nicht genug vor der Gefahr der Laizisierung der Kleriker und einer Klerikalisierung der Laien. Karrer wittere bei Warnungen vor diesen Tendenzen nur Standesdenken und unterstreiche nicht die Gefahr, die in der Verwischung der Unterschiede bestehe.
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