Aus dem Amerikanischen von Birgitt Kollmann. Bis zum tragischen Tod ihrer Eltern waren die Baudelaire-Kinder die glücklichsten Kinder der Welt: Violet, die einmal eine große Erfinderin werden will; Klaus, der schon die halbe (riesige) Bibliothek seines Vaters gelesen hat; und Sunny, die noch nicht sprechen, aber mit ihren ersten Zähnchen schon prima zubeißen kann. Jetzt sind sie unglückliche Waisen, deren beträchtliches Erbe vom redlichen, aber schrecklich naiven Mr. Poe verwaltet wird. Bis Violet volljährig ist, sollen die Geschwister bei ihrem nächsten Verwandten, Graf Olaf, leben. Der aber ist ein Widerling an Leib und Seele, besessen von dem Gedanken, das Baudelaire-Vermögen an sich zu bringen. Es gelingt den Kindern, ihm zu entkommen. Damit endet das erste Buch der komisch-schaurig-schönen Geschichte von Violet, Sunny und Klaus, aber bekanntlich gibt das Böse nicht auf. Schon im zweiten Buch, "Der Reptiliensaal, als die Baudelaire-Kinder bei ihrem entfernteren Onkel und berühmten Schlangenforscher Montgomery Montgomery Unterkunft finden, taucht bald ein neuer Assistent auf, der Graf Olaf verdächtig ähnlich sieht...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 08.11.2000
Petra Hartlieb sieht es als gelungenen Trick an, dass der britische Autor selbst vor dem bösen Ausgang seiner bereits schlimm beginnenden Geschichte in zwei Bänden ("Der schlimme Anfang" und "Der Reptiliensaal") warnt. So einer Ankündigung, meint sie, könne wohl kein jugendlicher Leser widerstehen. Sie sieht in der Erzählung über drei Waisenkinder, denen übel mitgespielt wird, eine bemerkenswerte Steigerung an "Unrecht gegenüber Waisenkindern", die in der Jugendliteratur ohnehin einiges auszustehen haben und bewundert den "amüsanten und frechen Ton", mit dem der Autor gnadenlos Unglück über Unglück häuft und dann auch noch auf ein Happy End verzichtet. Dabei breite er "genüsslich" gerade die Themen aus, vor denen man gewöhnlich Kinder zu schützen versuche wie Tod, Bosheit und "kalten Haferschleim", so die Rezensentin beeindruckt.
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