Aus dem Argentinischen von Kirsten Brandt. Leila Guerriero ist die vielleicht angesehenste Journalistin Lateinamerikas. Ihre Reportagen nehmen uns mit ans südliche Ende des Kontinents, und doch sind sie exemplarisch und von einer verblüffenden Allgemeingültigkeit in der heutigen globalisierten Welt. Sie erzählt von einer Gruppe junger Studenten, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Toten in den Massengräbern der Diktatur zu identifi zieren - und mit ihren Methoden mittlerweile im Kongo wie im Kosovo gefragt ist. Von der absurden Welt der Direktvertriebs-Unternehmen, für deren zumeist weibliche Vertreterinnen ihr Label so etwas wie eine Ersatzfamilie ist und die den Verkauf mit missionarischem Eifer betreiben. Leila Guerriero erzählt wahre Geschichten mit dem Rhythmus und der Sinnlichkeit eines guten Romans.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.08.2014
Bis auf einige stilistische Schnitzer hat Tobias Kreutzer nichts auszusetzen an den Erzählungen der argentinischen Journalistin Leila Guerriero. Im Gegenteil scheinen ihm die zwischen 2001 und 2013 in spanischsprachigen Zeitungen publizierten Texte eine packende Dramatik zu entwickeln, wie er sie eigentlich nur aus der Literatur kennt. Cronica heißt das in Argentinien, wenn gleichnishaft eine Story erzählt wird, die viel Raum für Deutung lässt, belehrt uns Kreutzer und beneidet die Autorin um derart spannende, symbolhafte Figuren und Begebenheiten. Dass die Autorin ihre wahren Geschichten und Familienschicksale, wie die des Riesen Jorge González, häufig an die Militärdiktatur in ihrem Land anbindet, macht die Sache umso fesselnder, meint Kreutzer.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Botho Strauß: Bleiben und Blicken In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,…