Aus dem Amerikanischen von Gerlinde Schermer-Rauwolf und Robert A. Weiß. Zainab Salbi verlebt eine glückliche, behütete Kindheit in Bagdad - bis Saddam Hussein in ihr Leben tritt. Zainab ist elf Jahre alt, als Saddam Hussein ihren Vater zu seinem persönlichen Piloten ernennt. Die Familie, die bis dahin ein freizügiges, weltoffenes Leben führte, gehört nun gegen ihren Willen zur engsten Entourage um den Diktator. Und seine Allmacht erstreckt sich auch auf Zainab und ihre Mutter...
Zainab Salbi hat Saddam Hussein als netten Onkel kennengelernt. Ihre Eltern nämlich waren mit dem Diktator, angeblich gegen ihren Willen, befreundet. Der Vater war sein Privatpilot und Saddam hatte die Familie vor der - allerdings von ihm selbst initiierten Vertreibung - iranischstämmiger Schiiten bewahrt. Natürlich will Salbi den Diktator nicht im mindesten rehabilitieren, kann aber nicht umhin zuzugeben, dass sie, als Kind politisch ahnungslos, den Mann "nicht nur nett, sondern bezaubernd" fand. Auch andere Dinge hat sie nicht durchschaut. So wurde sie von ihrer Mutter an einen Unbekannten in den USA verheiratet, allerdings nur weil diese die Vergewaltigung durch Saddam verhindern wollte. Der unbekannte Ehemann freilich entpuppte sich dann auch als Vergewaltiger. Katajun Amirpur findet diesen Bericht interessant als Dokumentation eines Zwiespalts der Gefühle, der sich offenkundig der Ambivalenz Saddams verdankt, der Massenmörder und netter Onkel zugleich war. Die Autorin hat später, erfahren wir, die gegen Vergewaltigung kämpfende Organisation "Women for Women International" gegründet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 22.02.2006
Direkt ins Herz der Tyrannei hat dieses Buch den Rezensenten Arnd Festerling geführt, in den innersten machtbereich von Saddam Hussein. Die Eltern der Autorin Zainab Salbi gehörten zur engeren Umgebung des irakischen Diktators, und so wurde Salbi nicht nur Zeugin der zahlreichen Vergnügungen der irakischen Upperclass, sondern auch ihrer Widerwärtigkeiten. So berichtet Salbi von Saddams Machtbesessenheit, seiner Gewalttätigkeit und sexuellen Gier. Unzählige Frauen hat er vergewaltigt und einige sogar umgebracht. Das Buch, räumt Festerling ein, analysiere nicht Saddams Herrschaftssystem und stelle nur selten einen Bezug zwischen den persönlichen Erfahrungen und dem politischen Rahmen her. Aber, betont der Rezensent, es stellt sehr eindrücklich dar, was für ein dämonisches Wesen Saddam Hussein gewesen sei.
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