Aus dem Französischen von Martin Bayer. Mit einem Vorwort von Arthur Rüegg. Mit 150 farbigen Abbildungen. 1927 betritt die 24-jährige Charlotte Perriand (1903-1999) mit einer Mappe von Zeichnungen das Atelier des Architekten Le Corbusier in Paris, um sich als Architektin vorzustellen."Wir sticken hier keine Kissen" versucht sie der Meister persönlich abzuwimmeln. Nach dem Herbstsalon im Grand Palais in Paris revidiert er sein Urteil und stellt die junge Frau ein, die unter anderem die legendäre Chaiselongue (B306) entwerfen wird. Charlotte Perriand wird 10 Jahre im Büro von Le Corbusier bleiben, um dann politisch und künstlerisch ihren eigenen Weg zu suchen und erfolgreich zu gehen. "Wir arbeiteten immer mit Idealen" wird sie später auf die Frage nach ihrem Konzept antworten, und das ist gleichzeitig auch ihr Lebenscredo. Perriand hatte sich zum Ziel gesetzt, kreative und zugleich funktionale Wohnräume zu schaffen, im festen Glauben daran, dass schönes Design eine bessere Gesellschaft zu schaffen vermag.
Rezensentin Brigitte Werneburg lernt die Designerin und Architektin Charlotte Perriand kennen in dem Band von Laure Adler. Auch wenn Adler kaum Privates aus dem Leben der visionären und frauenbewegten Gestalterin verrät und sich durchaus auch wiederholt, bekommt Werneburg genug Informationen, um Perriands Lebensleistung einschätzen zu können, ihre Rolle als Mitarbeiterin von Le Corbusier, als Innenausstatterin und "Aktivistin im Dienst des Volkes". Adlers Recherchen findet Werneburg klug, das illustrierende Fotomaterial reichhaltig.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.06.2020
Julia Bähr ahnt mit Laure Adlers Monografie, wie modern die Architektin und Designerin Charlotte Perriand war, die nicht nur nach schlichten gestalterischen Lösungen suchte, sondern auch Selbstbauanleitungen zu ihren Möbelentwürfen veröffentlichte und das Gleichgewicht des Menschen anstrebte. Dass Le Corbusier den ein oder anderen von Perriands Entwürfen für sich reklamierte, erfährt Bähr hier ebenso wie sie Perriands Chalet-Stil kennenlernt und ihr durch die schwierigen Kriegsjahre folgt. Das Buch zeigt eine weniger glamouröse denn kluge und unabhängige Frau, staunt Bähr.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 24.04.2020
Rezensentin Eva Hepper rät dringend zur Entdeckung von Charlotte Perriand - und zwar am besten mit diesem prächtigen Bildband, wie sie hinzufügt. Perriand, seit Ende der 1920er Jahre Teil der Pariser Design-Avantgarde und zehn Jahre lang enge Mitarbeiterin von Le Corbusier, blieb zeitlebens in dessen Schatten, erinnert die Kritikerin, die hier fasziniert die "legendären" Entwürfe, aber auch Zeichnungen und Skizzen der Designerin betrachtet. Dass die französische Journalistin Laure Adler darüber hinaus Perriands Leben und künstlerischen Werdegang "kenntnisreich" beleuchtet, freut die Rezensentin besonders.
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