Laszlo Krasznahorkai

Krieg und Krieg

Roman
Cover: Krieg und Krieg
Ammann Verlag, Zürich 1999
ISBN 9783250600213
Gebunden, 318 Seiten, 21,47 EUR

Klappentext

Die Geschichte des eigenbrötlerischen und einsamen Korim, eines Archivars und Privatgelehrten aus einer ungarischen Provinzstadt, der einen radikalen Entschluss gefasst hat: Von einem Tag auf den anderen begibt er sich auf eine Reise nach USA, genauer New York City, um dort zu sterben. Seine Reise führt ihn über imaginäre oder auch real besuchte "Leidensstationen" in Budapest, New York, Kreta, Köln, Venedig, Rom. Es ist eine Reise durch die Vergangenheit des Abendlandes.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.1999

Ein ungarischer Provinzarchivar beschließt sich umzubringen - aber nicht irgendwo, sondern in New York. Zuvor allerdings will er dort noch ein Manuskript aus dem Archiv übersetzen und ins Internet stellen. Christoph Bartmann ist beeindruckt von der "Düsternis" dieses Buchs, das zugleich "das Wort Verzweiflung nicht kennt", und von seinen geographischen und historischen Sprüngen. Als Einflüsse des Autors, aber auch der ganzen neuen ungarischen Literatur, macht er dabei Kleist, Kafka und Borges aus.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.10.1999

"Krieg und Krieg" ist nicht weniger als der "Abgesang auf die Geschicke der Menscheit, sinniert Klaus Dermutz in seiner Besprechung von Krasznahorkais neuem Roman. Dermutz gibt dem Leser dabei eine recht gute Unterweisung in der Kunst der ungarischen Traurigkeit, als deren "kühnster Repräsentant" Krasznahorkai gilt: In "Krieg und Krieg" ist der Held eine völlig vereinsamte Figur, die Bilanz seines Lebens spricht gegen ihn. Er weiß, dass Krieg nicht etwas Vorübergehendes ist, sondern eine schwere Krankeit, die unser Leben zersetzt. Laut Dermutz hat die elende Existenz der Hauptfigur von "Krieg und Krieg" selbstverständlich nichts mit Psychologie zu tun, sondern allein mit Endzeit: "Der Mensch ist in Krasznahorkais radikaler Weltsicht ein bloße Verirrung der Schöpfung", schreibt Dermutz, "eine pulsierende Masse von Fleisch und Knochen, gezeichnet von den Schrecken der Geschichte".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.10.1999

Verena Auffermann hebt in ihrer Rezension besonders die in ihren Augen sehr gelungene "Roman-im-Roman-Konstruktion" hervor, in der sowohl der Archivar Korim wie auch gleich ganze Abschnitte der europäischen Geschichte gegen das Versinken in die Bedeutungslosigkeit ankämpfen. Das indirekte Erzählen, das der Autor dabei zeigt, gehört ihrer Meinung nach zu seinen ausgemachten Stärken. Aber sie sympathisiert auch mit Krasznahorkais Untergeher-Figuren, die dieser Welt immer irgendwie fremd blieben. Krasznahorkais Stil sei "schnodderig, müde und traurig, steif und korrekt, dunkel und absurd". Darüber hinaus macht sie auf die Übersetzung aufmerksam: Hans Skirecki habe sogar die gebrochene Einwanderer-Sprache Korims "hervorragend" wieder gegeben.

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