Kristine Bilkau

Eine Liebe, in Gedanken

Roman
Cover: Eine Liebe, in Gedanken
Luchterhand Literaturverlag, München 2018
ISBN 9783630875187
Gebunden, 256 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Hamburg, 1964. Antonia und Edgar scheinen wie füreinander gemacht. Sie teilen den Traum von einer Zukunft fern von ihrer Herkunft. Im Krieg geboren und mit Härte und Verdrängung aufgewachsen, wollen die Welt kennenlernen, anders leben und lieben als ihre Eltern. Edgar ergreift die Chance, für eine Außenhandelsfirma ein Büro in Hongkong aufzubauen. Toni soll folgen, sobald er Fuß gefasst hat. Nach einem Jahr der Vertröstungen löst Toni die Verlobung. Sie will nicht mehr warten und hoffen, sondern endlich weiterleben.
Tonis und Edgars Leben entwickeln sich auseinander, doch der Trennungsschmerz zieht sich wie ein roter Faden durch beide Biografien. Toni lebt in dem Konflikt zwischen ihren Idealen von Freiheit und Unabhängigkeit und dem Wunsch, sich zu binden, um Edgar zu vergessen. Fünfzig Jahre später, nach dem Tod ihrer Mutter, fragt sich Tonis Tochter: War ihre Mutter gescheitert oder lebte sie, wie sie es sich gewünscht hat: selbstbestimmt und frei? Wer war dieser Mann, den sie nie vergessen konnte? Die Tochter will ihm begegnen, ein einziges Mal.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.05.2018

Paul Jandl scheint sehr angetan von Kristine Bilkaus Roman. Die in den 60er Jahren spielende Geschichte um eine verhinderte Liebe liest er als "Trommelwirbel auf das Mögliche". Aus Mutmaßungen (der Tochter über die Mutter) entsteht laut Jandl eine biografische Inventur, kenntnisreich, den Figuren Raum lassend, Leerstellen aushaltend.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 26.04.2018

Rezensentin Ursula März freut sich, dass es Kristine Bilkau in ihrem Roman gelingt, auf kulturkritische Stellungnahmen zum Verfall der romantischen Liebe zu verzichten. Überzeugend findet sie Bilkaus Liebesgeschichte aus den frühen 60ern als romantisches Sinnbild für Liebesnähe aus der Entfernung, Liebe in der Möglichkeitsform. Ohne Kitsch, dafür mit Takt gestaltet die Autorin ihr unzeitgemäßes Sujet, meint März.
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