Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.02.2005
Es muss mehr an Konrad Lorenz' Beharrlichkeit und seiner ungebrochenen Popularität liegen, sinniert Tobias Lehmkuhl, wenn man das Hörbuch mit Originalaufnahmen aus den Jahren 1951 bis 1983 von Anfang bis Ende durchhöre. Ehrlich gesagt, sei Lorenz nämlich etwas "zungenlahm", er ziehe viele Wörter "kaugummihaft in die Länge". Mitreißend seien seine Reden darum ganz bestimmt nicht, verrieten aber eine gewisse Leidenschaft, die sich nicht im Tempo der Rede, sondern in der punktuell aufbrennenden Intensität und Nervosität zeige. Amüsant dagegen seien die tierischen Anekdoten, die Lorenz zum Besten gebe und die seine rhetorischen Mängel vergessen machen ließen. Wie auch die Tatsache, gibt Lehmkuhl zu bedenken, dass Lorenz' Vergleichende Verhaltensforschung längst nicht mehr der letzte Schrei sei.
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