Konrad Heidkamp

Sophisticated Ladies

Junge Frauen über 50
Cover: Sophisticated Ladies
Rowohlt Verlag, Reinbek 2003
ISBN 9783498029739
Gebunden, 278 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Schön sind sie alle, die "Sophisticated Ladies". Manche mussten sich von ihren Männern befreien und wurden zu Superstars wie Tina Turner oder Cher; andere kamen aus der Avantgarde wie Yoko Ono oder Laurie Anderson und waren plötzlich Pop; Frauen wie Marianne Faithfull oder Jane Birkin begannen als Anhängsel und wurden zu Ikonen; Unberührbare wie Charlotte Rampling oder Joni Mitchell schweben zwischen Ruhm und Vergessen; die "heimischen Girls" wie Senta Berger oder Pina Bausch zwischen Bodenständigkeit und Glamour. Konrad Heidkamp beschreibt einen Typus von Frau, dem die derzeitige Teeni-Schwemme als Farce erscheinen mag. "Sophisticated" kann nur sein, wer mit Stil zu seinen Wahrheiten und Fehlern steht, wer stolz und ein bisschen gelangweilt das Gefühl genießt, nichts mehr beweisen zu müssen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.04.2004

Stephan Hentz hat das Buch von Konrad Heidkamp mit fünfzehn Porträts bekannter Künstlerinnen jenseits des 50. Lebensjahres sehr gefallen. Er preist den Autor als eine der "sensibelsten Stimmen in den deutschsprachigen Pop-Feuilletons". Im vorliegenden Buch hat Heidkamp nicht nur die Protagonistinnen "liebevoll" porträtiert, sondern ihre Lebensläufe zudem mit den geschichtlichen Rahmenbedingungen geschickt verknüpft, lobt Hentz. Indem der Autor mehrere "Bezugsebenen" im Blick behält, gelingt ihm die "rare" Kunst, den "verstaubten Gegensatz" zwischen der "sogenannten hohen" und der Pop-Kultur in "umfassender Kennerschaft" aufzulösen, so der Rezensent begeistert.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 21.11.2003

So "sophisticated", findet Susanne Messmer, sind sie gar nicht, diese "jungen Frauen über 50", die Konrad Heidkamp ihrer Ansicht nach hervorragend porträtiert. Nicht avanciertes Diventum, auch nicht, wie oft leichtfertig unterstellt, feministische Bewegtheit, sondern Individualität sei der kleinste gemeinsame Nenner von Laurie Anderson und Yoko Ono, von Nico und Cher, von Jane Birkin und Charlotte Rampling und den anderen Vorläufern weiblicher Selbsterfindung - so die Grundannahme von Heidkamps Porträtbuch, die Messmer "so manchen Geistesblitz" bescherte. Ob sie sich den gängigen Frauenbildern durch Androgynität entzogen wie Patti Smith oder durch Selbstzerstörung wie Marianne Faithful, oder ob sie mit den Identitäten spielten wie Catherine Deneuve - die Pionierinnen des selbstbestimmten Images taten das allein im Namen ihrer selbst, ohne viel politisches Tamtam. Und, lobt Messmer: "Die assoziative, ungefähre Art, mit der Heidkamp erzählt, passt gut zur Beiläufigkeit, mit der diese Frauen die Welt auf den Kopf stellten."

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.10.2003

Andreas Zielcke findet, dass Konrad Heidkamp sein Vorhaben, zu zeigen, wie die von ihm porträtierten berühmten Frauen älter werden, ohne alt zu werden, nicht wirklich umsetzt. Der Rezensent räumt ein, dass er aus den Porträts etwa von Catherine Deneuve oder Senta Berger durchaus "viele interessante Details" erfahren hat. Doch sieht er ein Problem darin, dass sich Heidkamp den von ihm bewunderten Schauspielerinnen und Sängerinnen derart diskret und mit so viel "Takt" nähert, dass gerade das Thema des Alterns "verräterisch" verschwiegen wird. Man erfährt nichts darüber, wie die Frauen mit dem Problem des Alterns umgehen, beschwert sich Zielcke, und er bemerkt etwas enttäuscht, dass man über das Thema des Alterns nur "wenig" zu lesen bekommt.
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