Klaus Merz

Los

Eine Erzählung
Cover: Los
Haymon Verlag, Innsbruck 2004
ISBN 9783852184661
Gebunden, 94 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Mit drei Vignetten von Heinz Egger. "LOS". Das ist das Leben, das ist das alltägliche Abschiednehmen und: das ist das Verschwinden in den Tod. Eine Geschichte über die Annäherung an einen verstorbenen Freund, der sich eines Tages aufgemacht hatte, um nicht mehr zurückzukommen. Ein Charakterbild und Menschenschicksal, die lakonische Geschichte eines stillen Verschwindens im Sprachuniversum des Klaus Merz.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.03.2005

Mit viel Sympathie schreibt Hans-Peter Kunisch über diese Erzählung des Schweizer Autors Klaus Merz "Los". Mit "erstaunlich unerbittlichem Ernst" erzähle Merz darin die Geschichte des Philosophie-Dozenten Peter Thaler, der seiner Ehe und seinem Leben in die Berge entflieht. Statt sinnlich-körniger Bilder wie noch in "Jakob schläft" hat Kunisch hier etliche gelungene Sentenzen und "lyrisch-aphoristische Miniaturen" entdeckt, die, das kann der Rezensent nicht verhehlen, Merz' Helden davor retten, "in routinierter Zivilisationskritik zu ersticken". Aber auch die mitschwingende private Thematik hat Kunisch angerührt: das allmähliche Sterben von Thalers Mutter.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.02.2005

Schade, meint Roman Bucheli. Klaus Merz hat schon einmal besser über sein Kernthema, das allmähliche Verschwinden, geschrieben: "subtiler, weniger ambitioniert, und auch weniger manieriert". Bucheli attestiert Merz eine am Vorbild Robert Walsers orientierte "Verschwindungssucht", in deren Folge die Texte schrumpfen, die Helden kleiner werden und die Sprache karger. Diesmal aber hat der Autor die Anwendung des Diminutivs übertrieben, meint der Rezensent. Der Erzählung fehlen die "Widerhaken", die Figur ist von der ersten Seite an stigmatisiert, ihr Verschwinden gleichsam vorbestimmt. Und ist die Erzählung einmal "auf ihre Finalität eingespurt", bleibt sie unbeirrt auf ihrer Bahn. Die "Übercodierung" des Helden als eine dem Tod geweihten Figur lässt die Geschichte frühzeitig "erstarren". Neben der inhaltlichen bemängelt der Rezensent aber auch eine "rhetorischen Überorchestrierung". Im Text "wimmelt" es von Reimen jeglicher Art, und Bucheli kann nicht glauben, dass das ein Zufall ist.
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