Klaus Lederer

Queerpolitik im Handgemenge

Ein Blick zurück, ein Blick nach vorne
Cover: Queerpolitik im Handgemenge
Quer Verlag, Berlin 2026
ISBN 9783896563705
Broschiert, 64 Seiten, 8,00 EUR

Klappentext

"Queerness" steht im Zentrum erbitterter Kulturkämpfe. So hat es nach Jahrzehnten großer Erfolge manchmal den Anschein, als wären wir auf uns selbst zurückgeworfen. Was bedeutet unter diesen Bedingungen "Queerpolitik", was kann und sollte sie leisten? Wo findet sie statt? Und für wen und mit wem muss sie kämpfen? In diesem Essay schaut Klaus Lederer erst zurück, doch es geht auch darum, anhand des Wegs der vergangenen drei Jahrzehnte einen entschlossenen Blick nach vorne zu werfen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 18.07.2026

Freundlich bespricht Rezensent Ekkehard Knörer Klaus Lederles neues Buch. Es handelt sich um den programmatischen Essay eines Politikers, der dabei ist, sich in der Mitte seines Lebens neu zu orientieren, nachdem er die Linkspartei verlassen hat und demnächst auch aus dem Berliner Abgeordnetenhaus ausscheiden wird, meint Knörer. Lederer blickt zurück auf seinen persönlichen und politischen Werdegang, eine wichtige Zäsur sei dabei das Jahr 1989: Mit dem Ende der DDR entdecke Lederer sein eigenes Schwulsein. In seinem Buch legt Lederer dem Rezensenten dar, wie der Umgang mit Homosexualität in beiden deutschen Staaten differierte: auf einer politisch-gesetzgeberischen Ebene war die DDR progressiver als die BRD, im sozialen Raum jedoch hielten sich Vorurteile im Osten länger. Das Lederer keine Probleme mit Begriffen wie "queer" und "intersektional" hat, sehr wohl aber mit einer rabiaten Identitätspolitik, die Differenzen statt Gemeinsamkeiten betont, hat dem Lederer insgesamt zugetane Rezensenten gefallen. Es sind vielleicht keine hochgradig originellen Positionen, meint er, aber doch solche, die auf Seiten der Linken konsensfähig sein sollten. Nur Fans von Hamas und Co müssen draußen bleiben.