Im Herbst 2005 jährt sich der Beginn des Internationalen Militärtribunals in Nürnberg zum 60. Mal. In der Geschichte der Völker und des Völkerrechts war es ein Novum, als die Alliierten 1945 daran gingen, führende Repräsentanten aus Politik, Militär und Wirtschaft des Dritten Reiches vor Gericht zu stellen. Der Nürnberger Prozess wollte nicht auf Rache und Gewalt setzen, sondern auf das Recht. Die persönliche Verantwortlichkeit führender Männer für Krieg und Kriegsgräuel sollte strafrechtlich geahndet werden. Klaus Kastner, selbst Richter, stellt den Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher 1945/46 in den einzelnen Verfahrensabschnitten dar - vom Statut des Tribunals über die Besetzung der Richterbank bis zu den Urteilen und ihrer Vollstreckung.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.08.2006
So gelungen Ulrich Teusch das Buch in seiner dokumentarischen Funktion auch findet, eine Revision der Ereignisse aus heutiger Sicht, mit heutigen Erkenntnissen und einen "thesenfreudigen" Ansatz vermisst er doch sehr. Klaus Kastners Verdienst erkennt er vor allem in der quellentreuen (Foto-)Dokumentation und Illustration der Nürnberger Prozesse sowie der akribischen Sichtung und Darlegung von Protokollen und durchaus auch abseitigen Beiträgen der damaligen Presse, so von Hemingway oder Ilja Ehrenburg. Weil der Autor sich bei seiner eigenen Darstellung aber auf juristische Fragen und die völkerrechtliche Bedeutung der Prozesse beschränkt ("solide und überzeugend") und einen möglichen essayistischen Zugriff der Nüchternheit opfert, kann Teusch keine Bestnote vergeben.
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