Der dänische Philosoph Sören Kierkegaard war eine schillernde Figur. Zeit seines Lebens spielte er mit dem Gedanken, mit einem autobiografisch gefärbten Roman die Kopenhagener Gesellschaft zu schockieren. Nun inspirierte dieses nie vollendete Projekt den Schriftsteller Klaas Huizing zu einem Roman. Zwei Herren lustwandeln an den Gestaden des Paradieses und plaudern in gepflegtem Ton. Sie lassen es an geistreichen Komplimenten füreinander nicht fehlen und insbesondere Thomas, einst im irdischen Dasein ein hochangesehener Literat, beklagt die himmlische Durchschnittsware, mit der man sich abgeben muss. Sören, empfindsam und stets in raffinierter Toilette, gesteht, dass er an einer Romanbiografie arbeitet. Thomas, erfahrener Wortkünstler, bietet seine Hilfe an. In langen Gesprächen taucht Sören in seine kurze intensive Erdengeschichte ein ...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.12.2003
Schlicht und einfach "unerträglich" sei dieses Buch. So kurz, so knapp, so eindeutig das Urteil des Rezensenten mit dem Kürzel "W.L.". Im trüben Grenzgebiet von Fakt und Fiktion angesiedelt, ohne neue Erkenntnisse zu Sören Kierkegaard, um den es geht, aber an Senf, der zu allem möglichen gegeben werden muss ("von PISA bis McKinsey"), nicht sparend. Gerahmt ist das ganze durch ein Gespräch zwischen Thomas "Tommy" Mann und Kierkegaard. Klaus Huizing war dabei - und der Rezensent ergreift die Flucht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.05.2003
Ein gründlich misslungener biografischer Roman über den dänischen Schriftsteller und Philosophen Sören Kierkegaard ist dieses Buch nach Meinung des Rezensenten Kai Martin Wiegand. Das liegt zum einen daran, dass der Autor einen Dandy aus Kierkegaard machen will, was der nie war, und dass er vor allem die dramatischen, nicht aber unbedingt die aussagekräftigen Momente dessen Lebens betont. Zum anderen stört sich der Rezensent daran, dass keine der drei sich abwechselnden Textarten, die in ihrer Summe Kierkegaards Leben vermitteln sollen, wirklich funktioniert: "Während die biografische Erzählung zu sehr zum Bonmot neigt, leiden Gespräche und Glossen unter einem albernen Ton, der oft genug belehren will." Ab und zu entdeckt der Rezensent aber trotzdem ein paar helle Momente, nämlich dann, wenn der Autor auch über Kierkegaards Philosophie zu informieren vermag, zum Beispiel über dessen Begriff der Wiederholung: "Man wünscht sich, dass Huizing öfter so gut geschrieben hätte. Dann hätte er schöner an seinen Helden erinnert, als es ihm in 'Der letzte Dandy' gelungen ist."
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