Kirsten Boie

Heul doch nicht, du lebst ja noch

(Ab 13 Jahre)
Cover: Heul doch nicht, du lebst ja noch
Friedrich Oetinger Verlag, Hamburg 2022
ISBN 9783751201636
Gebunden, 176 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Hamburg, Juni 1945: Die Stadt liegt in Trümmern. Mittendrin leben Traute, Hermann und Jakob. Der nennt sich allerdings Friedrich, denn niemand soll erfahren, dass er Jude ist. Als Hermann ihm dennoch auf die Spur kommt, will er nichts mehr mit Jakob zu tun haben. Schuld, Wahrheit, Angst und Wut sind die zentralen Themen dieses Buchs, dessen jugendliche Hauptfiguren durch die Schrecken des Krieges und der Naziherrschaft miteinander verbunden sind. Und für die es doch immer wieder Lichtblicke gibt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.01.2022

Rezensent Tilman Spreckelsen verfolgt interessiert, wie drei Jugendliche in Kirsten Boies "Heul doch nicht, du lebst ja noch" mit dem Kriegsende 1945 zurechtkommen: Jakob, der untergetauchte Sohn einer Hamburger Jüdin, Hermann, der Hitlerjunge mit dem tyrannischen Vater und die Bäckermeistertochter Traute. Boie erzählt präzise aus wechselnden Perspektiven und verliert trotz vieler historischer Details niemals die Erlebnisse und Wahrnehmungen der Jugendlichen aus den Augen, versichert der Rezensent, der nur bewundern kann, in welch "meisterlichen Ton" Boie hier Dinge beim Namen nennt, ohne grell zu werden. Für Spreckelsen ein Roman, der deutlich macht, dass der Weg bis zur Aufarbeitung von Weltkrieg und Holocaust lang war, aber auch wie sich junge Menschen trotz ihrer Unterschiede verbinden konnten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.01.2022

Rezensentin Roswitha Budeus-Budde bekommt dank Kirsten Boie einen Einblick in Gefühle und Erlebnisse vor 70 Jahren. Die Autorin beschreibt darin das Hamburg im frühen Sommer 1945 nach Kriegsende aus der Perspektive dreier Jugendlicher, darunter Jakob, dem Sohn einer abtransportierten Jüdin, der einsamen Bäckerstochter Traute und dem NS-Ideologie-Anhänger Hermann, die sich zufällig begegnen und anfreunden, erklärt die Rezensentin. Das Erzählte ist Budeus-Budde zufolge eine Mischung aus Fiktion und Dokumentiertem. Zudem erkennt die Kritikerin hier auch die Sorgen der Autorin hinsichtlich der stärker wachsenden Faszination von Kindern und Jugendlichen für den Weltkrieg und nationalsozialistischen Ideen auf, schließt die Rezensentin.

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