Aus dem Bulgarischen von Viktoria Dimitrova Popova. Maria ist heil davongekommen. Ohne Eltern aufgewachsen, steht sie im Leben und arbeitet als Fotoreporterin bei einer Zeitung. Seit ihrer Kindheit begleitet sie der Maler Vincent van Gogh, selbst vom Leben gebeutelt, verstoßen, nirgends heimisch geworden. Er sehnt sich zu ihr in die Zukunft, spricht zu ihr, wenn sie nicht schlafen kann, malt ihr Sonnenaufgänge,Pfauen, Alltagsszenen. Bis sie eines Tages am Ort eines Attentats dem Horror des Verlusts ins Auge sieht. Um fortan van Goghs Sonnenblumen umso bedingungsloser zu lieben... Zur gleichen Zeit trifft Maria auf Stefan. Schritt um Schritt treten diebeiden aus ihrer Einsamkeit, aus der Erstarrung nach tiefster Erschütterung, um alles hinter sich zu lassen, doch nie wieder aufdie Liebe zu verzichten. Immer wieder bündelt sich in van Goghs farbenstrotzender, greller Malerei die nackte Energie der Kunst und der Literatur, wenn Kerana Angelova sein Werk für uns alle neu zum Leben erweckt. Sie konfrontiert uns mit van Goghs Epilepsie, seiner Rastlosigkeit, den Frauen in seinem Leben und seiner lebenslangen Abhängigkeit von einem Mann, seinem Bruder Theo - und rührt dabei mächtig an die Legende vom einsamen männlichen Genie.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 09.12.2024
In diesem Roman der Bulgarin Kerana Angelova gibt es zwei Hauptfiguren, erzählt Rezensentin Marie Schoeß: Maria, die im Heim aufgewachsen und heute Fotografin ist und Vincent van Gogh, dessen berühmte Sonnenblumen als Reproduktion in ihrer Wohnung hängen. Sie fühlt sich ihm trotz der zeitlichen und räumlichen Distanz verbunden, eine Verbindung, die Schoeß "eher magisch als streng realistisch" vorkommt, denn auch van Gogh fühlt sie. Sie versichert aber, dass das nicht kitschig, sondern dank Angelovas Sprache zutiefst lebendig wirkt, etwa wenn sich Gefühle und Flüche abwechseln. So kann die abwechslungsreiche Sprache der Kritikerin zufolge auch darüber hinwegtrösten, dass inhaltlich an einigen Stellen etwas zu viel passiert.
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