Klappentext
Die Schnabels sind als eine der größten Familien der alten Bundesrepublik ein Ausnahmephänomen. Vieles in ihrem Alltag war außergewöhnlich: Wie man fast 20 Menschen auf wenigen Quadratmetern unterbrachte, in welchen Mengen eingekauft werden musste und wie die Kinder bei der Pflege und Erziehung eingebunden wurden. Zugleich war vieles auch ganz typisch für das westdeutsche Familienleben der 1950er- bis 1980er-Jahre: Dass der Vater das Geld verdiente und die Mutter Hausfrau war, dass die Kinder unbeaufsichtigt durch die Gegend zogen oder dass die Mutter zunehmend versuchte, sich zu emanzipieren.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 15.10.2026
Rezensent Hannes Stein erzählt im Wesentlichen die Geschichte der Schnabels einfach nach, deren Schicksal die Journalistin Katrin Hörnlein in diesem Buch nachgeht. Interessant klingt sie aber allemal: 17 Kinder bekamen die Eheleute seit den Fünfzigern: Vater Gernot misshandelte sie mit dem Teppichklopfer, tollte aber zugleich mit ihnen herum; Mutter Renate zeigte ihnen die kalte Schulter bis die Kinder ihr intellektuell ebenbürtig wurden, erfahren wir. Eine fast ganz normale bundesrepublikanische Familie eben, meint Stein, der hier auch vom Aufstieg in den Wirtschaftswunderjahren, Tragödien oder NS-Vergangenheit von Vater und Großvater liest. Ob die Schnabels eine glückliche Familie waren, erfährt er nicht, das Buch scheint er dennoch gern gelesen zu haben.
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