Dorothea Schwarzhaupt-Scholz (Hg.)

Elisabeth Schwarzhaupt

Lebensbericht der Juristin, Kämpferin für Gleichberechtigung und ersten Bundesministerin
Cover: Elisabeth Schwarzhaupt
Vandenhoeck und Ruprecht Verlag, Göttingen 2026
ISBN 9783412535179
Gebunden, 160 Seiten, 29,00 EUR

Klappentext

Mit unveröffentlichten Quellen. Elisabeth Schwarzhaupt (1901-1986) war eine Wegbereiterin: Juristin, erste Bundesministerin im Kabinett Adenauer und unbeirrbare Kämpferin für Gleichberechtigung. Sie stand ein für eine moderne Familien- und Gesundheitspolitik, Umwelt- und Verbraucherschutz - und behauptete sich mit Mut und Haltung in einer von Männern dominierten Politik. Dorothea Schwarzhaupt-Scholz erinnert in dieser kommentierten Quellenedition an das weitreichende politische und gesellschaftliche Engagement der Politikerin. Sie eröffnet einen unmittelbaren Blick in Denken und Handeln einer Frau, die ihrer Zeit voraus war - und deren Fragen nach Demokratie, Parität und Verantwortung bis heute nichts an Aktualität verloren haben. Mit bisher unveröffentlichten Manuskripten und Briefen sowie Kommentaren aus Politik und Wissenschaft, unter anderem von Rita Süssmuth, Isabel Heinemann, Benedikt Breisacher, Jasmin Lörchner und Harald Ille. 

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.06.2026

Rezensent und Historiker René Schlott erfährt in diesem Band viel über Elisabeth Schwarzhaupt, die erste Ministerin der Bundesrepublik und über die vielen (männlichen) Widerstände, die sie überwinden musste. 1961 gab es lange Koalitionsverhandlungen, erfahren wir, an deren Ende die an Ministerien leer ausgegangenen Frauen so lange den Aufstand probten, bis für Schwarzhaupt der Posten des Bundesgesundheitsministers, ja, in männlicher Form, geschaffen wurde. Der Lebensbericht, den sie selbst im Rückblick verfasst hat und der von ihrer Großnichte Dorothea Schwarzhaupt-Scholz herausgegeben und von Rita Süssmuth eingeleitet wurde, verrate auch mit einigen Anekdoten, in was für Zeiten sie unterwegs war: Adenauer sei nicht bereit gewesen, die Kabinettssitzungen mit geschlechtergerechter Ansprache zu beginnen, denn in dieser Runde sei "auch Sie ein Herr!" Einordnende historische Essays erzählen dem Kritiker auch aufschlussreich von ihrem Widerstand im Nationalsozialismus und der Verlobung mit einem jüdischen Arzt, die gelöst wurde, weil Schwarzhaupt ihm nicht in die Schweiz folgen konnte. Schlott zeigt sich beeindruckt von der Lebensleistung und von ihrem Fazit, sie habe ihr Leben "in guter Hut" verbracht.

Beliebte Bücher

Nelio Biedermann. Lázár - Roman . Rowohlt Berlin Verlag, Berlin, 2025.Nelio Biedermann: Lázár
Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…
Robert Seethaler. Die Straße - Roman . Claassen Verlag, Berlin, 2026.Robert Seethaler: Die Straße
Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…
Ulf Poschardt. Bückbürgertum. Westend Verlag, Frankfurt am Main, 2026.Ulf Poschardt: Bückbürgertum
Gefährlicher als die Shitbürger sind die Bückbürger. Jene Konservativen und Liberalen, CEOs und Manager, Bischöfe und Intellektuelle, Kanzlerinnen und Kanzler die - wider…
Petra Morsbach. Orion - Roman . Penguin Verlag, München, 2026.Petra Morsbach: Orion
Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…