Katja Kullmann

Fortschreitende Herzschmerzen bei milden 18 Grad

Eine Erzählung
Cover: Fortschreitende Herzschmerzen bei milden 18 Grad
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2004
ISBN 9783462034042
Gebunden, 174 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Ein großartiger Neuanfang soll es sein: Simone kommt aus dem Dorf in die Stadt, mit kleinem Gepäck, großen Hoffnungen und ein paar Erinnerungen, die sie dringend loswerden will. Bloß keine Schinkenbrote mehr essen und nicht mehr "Fräulein" genannt werden. Die bunte Illustriertenwelt ist die Vorlage für ihren Traum. Sie hat sich ihren Dialekt abtrainiert, kennt sich aus mit Glitzerkleidern und weiß genau, was Schönheit kostet. Aber Simone landet in den Katakomben der Stadt, im Studio de la Beaute. Der Arbeitskittel kratzt, die Kolleginnen bleiben ihr fremd, alles riecht nach künstlicher Vanille. Und nach einer großen Enttäuschung. Dann erscheint ein neuer Kunde. Jung, gebildet und gewandt, umschmeichelt er sie mit verführerischen Wortspielen, und je länger sie ihm zuhört, desto mehr wird er ihr zum Rätsel. Mit gewohntem Fleiß setzt sie alles daran, dieses Rätsel zu lösen - doch er ist nur 45 Minuten pro Woche bei ihr.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 30.10.2004

Die Rezensentin Marion Lühe ist völlig genervt von diesem literarischen Gehversuch der mit ihrer populärsoziologischen Analyse "Generation Ally" bekannt gewordenen, ehemaligen Prinz-Redakteurin Katja Kullmann. Daher lässt sich wohl auch gar nicht zu einer ernsthaften Auseinandersetzung mit diesem Romans herab. Vielmehr fasst sie einfach den ihrer Darstellung zufolge hahnebüchenen Inhalt zusammen und lässt dabei unzählige Zitate für sich sprechen. Da alles klingt ziemlich krude - Lühe ist damit vermutlich eine Abschreckung aller potenzieller Leser gelungen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.09.2004

Harte Worte findet der Rezensent Martin Krumbholz für dieses Buch, obwohl er sich - zumindest "solange die Geschichte in der Schwebe ist" - recht gut unterhalten fühlt, denn die Autorin Katja Kullmann "kann schreiben, flott, gescheit und witzig". Doch unterm Strich ist das Buch für ihn "Triumph eines profanen Realitätsprinzips", die Geschichte nimmt ihren "voraussehbaren nüchternen Verlauf". Krumbholz stört sich daran, dass sich die Autorin auf die Seite des "Stärkeren" schlägt, des jungen, selbstverliebten Feuilletonredakteurs, der mit der naive Verliebtheit seiner Kosmetikerin wenig anfangen kann. Damit untergräbt die Autorin seiner Meinung nach "das utopische Potenzial ihres Textes."
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