Kathy Zarnegin

Exerzitien des Wartens

Cover: Exerzitien des Wartens
Bucher Verlag, Hohenems 2020
ISBN 9783990185193
Gebunden, 80 Seiten, 13,50 EUR

Klappentext

Wie kann man die oft als quälend empfundene Pflichtübung des Wartens kurzweilig gestalten? Am besten indem man sich in Kathy Zarnegins "Exerzitien des Wartens" vertieft. Kaleidoskopartig breitet sie ein buntes Spektrum von Aperçus, überraschender Einfälle, Aphorismen, Reflexionen und Kurzessays aus. Die Zeit vergeht wie im Fluge, und man lernt, die Vielsinnigkeit des Wartens zu verstehen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 17.04.2020

Kathy Zarnegins Buch über das Warten ist spannend und passt besonders gut zur Corona-Zeit, versichert Rezensentin Anne Kohlick, obwohl es um ganz alltägliche Wartesituationen geht: Über das Warten in der Supermarktschlange, im ärztlichen Wartezimmer oder das kindliche Herbeisehnen der Ferien schreibt die schweizerische Autorin, und wie sie dabei originelle Bezüge zu Literatur und Philosophie herstellt und darüber zur "Absurdität des Daseins" gelangt, die sich im Warten offenbart, gefällt der Rezensentin gut. Nur geraten Zarnegins Ausführungen stellenweise arg kulturpessimistisch, bedauert Kohlik - so verlernen die jungen Menschen nach Zarnegin in den digitalen Kommunikationsformen das Warten, und auch gegen das Bachelor-Master-System "wettere" die Autorin. Diese "früher-war-alles-besser"-Haltung reflektiere Zarnegin zwar in ihrem Buch, aber für die Rezensentin bleibt sie dennoch "vorhersehbar und ermüdend".

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 16.04.2020

Es hätte wahrscheinlich keinen besseren Zeitpunkt für das Erscheinen von Kathy Zarnegins Roman über das Warten gegeben, glaubt Rezensentin Anna Kohlick. Es geht um Wartezeiten - im Wartezimmer, an der Supermarkt-Kasse, in der Schule, lesen wir. Und um die Paradoxie des Wartens: Wenn die Zeit schnell vergeht, wünschen wir uns, sie würde verweilen, wenn wir warten müssen, scheint die Gegenwart geradezu unendlich, so Kohlick. In verschieden langen Texten verbindet die Autorin ihre Beobachtungen mit klugen philosophischen Reflexionen und Bezügen zu Sokrates, Proust, Nietzsche oder Beckett, lesen wir. Leider, so die Rezensentin, kommt dabei immer wieder ein gewisser Kulturpessimismus hoch. Schade, weil berechenbar und fade, meint Kohlick. Immerhin sei der Autorin ihre "abfällige" Haltung gegenüber der Jugend bewusst.
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