Kathrin Passig, Aleks Scholz

Verirren

Eine Anleitung für Anfänger und Fortgeschrittene
Cover: Verirren
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2009
ISBN 9783871346408
Gebunden, 270 Seiten, 18,95 EUR

Klappentext

Verirren ist eine der ältesten Fortbewegungstechniken der Menschheit. Zumindest ist sie älter als alle brauchbaren Landkarten und Reiseführer, denn bevor es die gab, müssen sich Menschen in einem Zustand befunden haben, in dem sie nicht wussten, wo sie sich befanden - die Definition des Verirrens. Dieser Zustand ist der Ursprung vieler Einsichten; manchmal stößt man dabei auf sehr fundamentale Dinge, man erinnere sich an Kolumbus, der im Rahmen einer Verirrung versehentlich Amerika entdeckte. Kathrin Passig und Aleks Scholz stellen fest: Die Entdeckung von Neuem und die damit verbundene Befriedigung der Neugier ist nur einer von zahlreichen gut erforschten Vorteilen des Verirrens. Außerdem ist im Zeitalter von Google Maps und GPS das Verirren eine ganz neue Herausforderung geradezu das letzte Abenteuer!

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 25.03.2010

Nicht sehr froh ist Ulrich Stock mit diesem Buch geworden, das seinem Eindruck zufolge mit dem vorausgegangenen "Lexikon des Unwissens" nicht mithalten kann. Wieder geht es um die Schattenseiten gepriesener neuer Technologie - diesmal das GPS. Zwar gebe es zu Anfang noch ein paar gute Pointen. Auch freut sich der Kritiker an der Feststellung, dass alle Orientierung Illusion sei. Bald jedoch geht ihm der Hang zum Flachwitz eher auf die Nerven, sieht zur Masche verkommen, was er im Vorgängerbuch noch originell gefunden hat: die Verifizierung der technischen Versprechen im unzulänglichen Alltag, die er in dieser Publikation nun in humorigen Geschichtchen versanden sieht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.03.2010

Voll des Lobs ist Rezensent Tobias Lehmkuhl für Kathrin Passigs und Aleks Scholz' Buch über das Verirren. Das Werk ist für ihn eine wunderbare Umwertung und Rehabilitation der Fähigkeit, sich zu verirren. Staunenswert findet er, was Passig und Scholz, die sich ihrem Gegenstand geradezu wissenschaftlich annähern, ans Licht gebracht haben. Vielfältig scheinen ihm nun die Vorzüge des Verirrens. Deutlich wird für Lehmkuhl, was es alles bedeuten kann, sich zu verirren: Zeit zu sparen, die Welt zu entdecken, etwas auszuprobieren usw. So würdigt er das Buch als Anti-Reiseführer, klug und leicht geschrieben und voller Witz, spannender Geschichten, Anekdoten und Analysen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.03.2010

Sich besser zu verirren, das lernt Michael Adrian mit diesem klugen Führer zu den Fährnissen und Chancen der Orientierungslosigkeit und Ungewissheit, verfasst vom bewährten Autorenteam Kathrin Passig und Aleks Scholz. Dass die Lektüre auch noch Spaß macht, dafür sorgt laut Adrian der Wiedererkennungseffekt angesichts der von den Autoren beschriebenen Verirrungssituationen und mehr oder minder erfolgreichen Strategien bei gleichzeitiger Unversehrtheit im heimischen Ohrensessel. Das von Passig und Scholz eigentlich beabsichtigte Lob des Verirrens sieht Adrian schließlich ausgeweitet zu einem flüssig geschriebenen, informativen Überblick zum Thema, Exkurse zu fantastischen Navigationskünsten gestern und heute eingeschlossen. Traurig ist er darüber nicht, im Gegenteil. Das Buch: fast ein Stück meditativer Lebenskunst, freut sich Adrian.
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