Aufgewachsen ist Lina, ein Kind der 1990er, in einer Welt, die aus der Zeit gefallen scheint: in einer donauschwäbischen Gemeinschaft, die sich nach Vertreibung und Flucht in Salzburg angesiedelt und ihr traditionelles Leben nach 1945 dort fortgesetzt hat. Als Lina eines Abends von der SS-Mitgliedschaft ihres Großvaters erfährt, beginnt sie, nach Antworten jenseits der großen Opfererzählung zu suchen. Zerrissen zwischen der Liebe zu ihren verstorbenen Großeltern und ihrer eigenen Politisierung, will sie erstmals das Schweigen brechen. Getragen von ihren engen FreundInnen stellt sich Lina ihrer Familiengeschichte und bricht zu einer Recherche auf, die sie bis nach Belgrad führen wird. Als sie endlich auch die Konfrontation mit ihrer Mutter sucht, wird das zur Zerreißprobe …
Rezensentin Gisa Funck bleibt nach der Lektüre dieses Aufarbeitungsromans mit gemischten Gefühlen zurück. Spannend findet sie den Ansatz der Ich-Erzählerin Lina, die sich dazu entschließt, Recherchen über ihre donauschwäbischen Großeltern anzustellen. Dass sie dabei herausfindet, dass ihr Großvater sich 1941 freiwillig zur SS meldete und in einem Außenlager des KZs Dachau stationiert war, wird denn zum Konfliktpunkt mit ihrer Mutter, erzählt uns die Kritikerin. Die Gespräche zwischen Tochter und Mutter sind eine gelungene Darstellung eines Generationenkonflikts, in dem die Rezensentin immer noch präsente NS-Schuldverdrängungsmuster gespiegelt sieht. Als leider misslungenen Ausgleich dieser thematischen Schwere ergeht sich die Erzählerin allzu oft in "Selfie-Geplauder im Podcast-Style" über Fernsehsendungen und Zahnoperationen, moniert Funck diese unnötige Ablenkung von den eigentlich starken Passagen des Textes.
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