Karl-Markus Gauß

Der Ruhm am Nachmittag

Cover: Der Ruhm am Nachmittag
Zsolnay Verlag, Wien 2012
ISBN 9783552055674
Gebunden, 285 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

In der deutschen Provinz erschießt ein schüchterner Schüler Lehrer und Klassenkameraden; waggonweise wird im Jahr der Finanzkrise Geld verbrannt, das bereits vorher nicht existiert hat; Lieblinge der Medien und Günstlinge der Politik halten ihren Vorteil für die einzige Wahrheit, der sie sich verpflichtet fühlen. In seinen Texten verwandelt Gauß die Dinge des Lebens: Im Marginalisierten zeigt er das Bedeutsame, im Unscheinbaren Schönheit, Würde, Renitenz. Von Leben und Tod erzählt dieser Grenzgänger der Epochen, Länder und Genres aus Österreich. Und zuletzt geht es um die Frage, wie man gegen die Anfechtungen der Zeit ein richtiges Leben führen kann und dabei den Anspruch auf das Glück nicht preisgibt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.04.2012

Karl-Markus Gauß' "Ruhm am Nachmittag" präsentiert sich Hans-Peter Kunisch als kluge essayistische Betrachtung des Jahres 2009, die allerdings über das bloße Tagesgeschehen hinausgeht. Schon der intensive Ton und die Perspektivwechsel, die der Autor vornimmt, sind dazu angetan, den Rezensenten zu fesseln und ihm gefallen die hartnäckigen Fragen und Reflexionen, die Gauß der Finanzwelt, dem Autor Sandor Marai oder der von ihm in der Kunst beobachteten "Zurschaustellung" des Todes angedeihen lässt. Auch wenn es offensichtlich (nicht näher herausgestellte) Urteile des Autors gibt, denen Kunisch sich nicht anschließen will, ist es ihm besonders positiv aufgefallen, dass sich Gauß nicht in Larmoyanz ergeht, und er sich in seinem kritischen Denken auch "selbst aufs Korn nehmen" kann.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.03.2012

Karl-Markus Gauß fragt in "Ruhm am Nachmittag", was 2009 wichtig war, erklärt Jenny Friedrich-Freksa, obwohl die Jahreszahl im Buch kaum Erwähnung finde. 2009 ist einiges passiert, weiß die Rezensentin: Barack Obama wurde gewählt, eine Maschine der Air France stürzte über dem Atlantik ab. Gauß reihe assoziativ Gedanken aneinander und denke über Phänomene wie Konkurrenzdenken, Amokläufe oder unbedarfte Kleinanleger nach. Er greife sich ganz unterschiedliche Ereignisse heraus, aber egal ob er über ökonomische oder persönliche Themen schreibe, er behalte geschickt immer das große Ganze im Blick. "Was hat das mit mir zu tun?", diese Frage sieht die Rezensentin hinter vielen seiner Überlegungen lauern und nahelegen: einiges.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.03.2012

Den Karl-Markus Gauß, den sie liebt, findet Sabine Berking hier nur in eher seltenen Passagen, denn der Gauß, den sie liebt, ist normalerweise in Osteuropa unterwegs und schreibt elegante und melancholische Reportagen über das, was von Europa übrigblieb. Der Gauß, den sie hier vorfindet, ist ein Tagebuchschreiber und schimpft über die üblichen Verdächtigen: das Finanzkapital, den Neoliberalismus, das Fernsehen und Leute, die wie Christoph Schlingensief ihr Sterben öffentlich inszenieren. Immerhin: "Watschen werden zahlreich verteilt, und sie sitzen." Aber dazwischen greint und nölt es: "Altherrenlarmoyanz".
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