Ein halbes Jahrhundert nach dem Aufbruch, der im Jahre 1968 weite Teile der Jugend Europas erfasst hatte, sind aus den Versatzstücken einer Kultur des Aufbegehrens Eckpfeiler einer hegemonialen Biedermeierlichkeit geworden. Die Rebellion gegen den verstockten Nachkriegskonservativismus ist zu einem neuen Establishment erstarrt. Der Soziologe Karl Kollmann zeichnet nach, wie es dazu kommen konnte.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 18.05.2020
Rezensentin Pieke Biermann ärgert sich, dieses Buch überhaupt gelesen zu haben. Der 2019 verstorbene Karl Kollmann zieht darin über die neue "politisch-kulutrell hegemoniale Mittelschicht" her, über grüne Postmaterialisten und das urbane Juste Milieu. Und wenn sie am Anfang noch glaubt, dem Sozialwissenschaftler fehle es einfach an Witz, Ironie oder sprachlicher Eleganz, findet sie am Ende, dass die Ressentiments und die Lästereien über deutschen Schuldkult, die Kollmann hier pflegt, ziemlich nah an die rechtsradikalen Gehässigkeiten eines Bernd Höcke heranreichen.
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