Karen Joisten

Philosophie der Heimat - Heimat der Philosophie

Habil.
Cover: Philosophie der Heimat - Heimat der Philosophie
Akademie Verlag, Berlin 2003
ISBN 9783050038384
Gebunden, 371 Seiten, 49,80 EUR

Klappentext

Heimat - dieser Begriff benennt eines der meistdiskutierten und am heftigsten umstrittenen Probleme unserer Zeit. Steht die Betonung von Heimat nicht im Widerspruch zu einer Haltung, die der Mensch im Zeitalter von Globalisierung und weltweiter Vernetzung einnehmen muss? Oder ist sie noch immer der Mittelpunkt der individuellen Existenz des Menschen, Ort seiner Kindheit, der Geborgenheit und Sicherheit? Philosophisch fundierte Untersuchungen indes, die das Phänomen Heimat unvoreingenommen in den Blick nehmen, sind gegenwärtig rar. Karen Joisten wendet sich diesem Problemkreis zu, indem sie das Konzept entwirft, der Mensch zeichne sich durch eine Doppelstruktur aus, die sprachlich in der Wendung Heim-weg zum Ausdruck gebracht wird. Während der Bestandteil Heim- auf die heimische Seite des Menschen verweist, die es ihm ermöglicht, Bindungen einzugehen und in sich zu wohnen, verweist der Bestandteil -weg auf die weghafte Seite des Menschen, die dazu führt, dass er permanent unterwegs sein muss, also bei keiner eingenommenen Haltung und Einsicht stehenbleiben kann.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.09.2003

Nicht sonderlich überzeugen konnte die Rezensentin Sonja Asal die Habilitationsschrift über den Heimatbegriff in der Philosophie von Karen Joisten. Punkt für Punkt kommentiert die Rezensentin die Argumente der Autorin, oft legt sie Widerspruch ein. So habe die Aussage, dass "Heimat das Grundproblem der Philosophie schlechthin" ist, rein gar nichts mit dem "traditionellen Heimatbegriff" zu tun, wie Joisten bemerkt. "Heimat" sei für Joisten zudem nur vordergründig eine "räumliche Bestimmung" und demnach als eine "Rückgewinnung der Lebenswelt" zu verstehen. Ein weiterer Kritikpunkt in dieser hochphilosophischen Besprechung einer Philosophie-Habilitation sei die Beschreibung des Menschen als heimatliches Wesen, die die Rezensentin zu "allgemein" und "unspezifisch" findet.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2003

Karen Joistens Habilitationsschrift "Philosophie der Heimat - Heimat der Philosophie" hat Rezensent Gustav Flake nicht wirklich überzeugt. Wie er ausführt, entwickelt Joisten, anknüpfend an Merleau-Ponty, eine Phänomenologie des menschlichen, zwischen Heimat und Unterwegssein pendelnden Daseins, wobei sie die Geborgenheit von Wohnung, Geburtsort, Familie als das Primärphänomen ansieht. Vor allem mit Joistens skeptischer Sicht des Unterwegsseins - sie wittert hier die Gefahr, dass sich die Menschen in der Ferne verlieren und immer weniger sie selbst sind zeigt sich Flake nicht einverstanden. Joistens Verständnis von Nähe und Ferne als nur räumlich kritisiert Flake als "einseitig" und in die Irre führend. Die Möglichkeit sachlicher Nähe bei räumlicher Ferne komme ihr nicht in den Sinn. Auch ihre Auffassung, der Mensch finde erst in der Einsamkeit des Selbstgesprächs zu sich selbst, hält Flake nicht für plausibel. Zudem kritisiert er, dass Joisten Heimat als "Ort der Arbeit und des Handelns" aus ihrer Untersuchung ausschließt.
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