Mit Illustrationen von Petra Kolitsch. Thomas Müller, der Teddy der Familie Wortmann, hat beim Weihnachtseinkauf seine Familie verloren. Dann wurde er von einem Taxifahrer verprügelt, der merkte, dass er sich ohne Geld in die heimatliche Vorstadt kutschieren lassen wollte. Verzweifelt sitzt der Teddy mitten in der menschenleeren, nächtlichen Innenstadt von Hamburg, wo sein verfilztes Fell langsam am Brunnenrand festzufrieren beginnt... "Weihnachten mit Thomas Müller" ist ein Märchen über die Hoffnung und die Hoffungslosigkeit, über Verzweiflung und Freundschaft, über Heimat und die Freuden unvermuteter Rettung.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.12.2003
Mit dieser Teddy-Geschichte der durch Romane über "psychische Absonderlichkeiten" bekannt gewordenen Karen Duve ist das Weihnachtsfest für die ganze Familie gerettet, weiß Kristina Maidt-Zinke. Und diese Errettung erfolgt nicht grundlos, ist der Autorin das in Mode gekommene "Niedermachen" von Weihnachten doch in jeder Beziehung zuwider. Die Rezensentin befindet zwar, dass die Rehabilitierung des Weihnachtfestes schon seit langem im Gange ist, begrüßt aber dennoch Duves Leidensgeschichte von Thomas Müller, einem "abgewetzten" Stoffbären, aufs Herzlichste. Und tatsächlich, Herrn Müller wird aufs Übelste mitgespielt: erst im Kaufhaus arglos vergessen, wird er im folgenden von einem brutalen Taxifahrer eine Tracht Prügel beziehen, nur um sich dann im eiskalten Nass wiederzufinden. Doch damit nicht genug, denn bevor die Erlösung durch einen neuen, liebevollen Gefährten naht, wird er noch mit "tropfnassem Fell am Brunnenrand" festfrieren. Das alles ist zwar recht "wortkarg erzählt", aber dennoch willkommen, versichert Maidt-Zinke, zumal die Erzählung überaus "stimmungsvoll und wohltuend altmodisch illustriert" ist.
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