Kai-Olaf Hesse

67/89

Siebzehn kollektive Erinnerungsbilder der westdeutschen Geschichte
ex pose verlag, Berlin 2003
ISBN 9783925935480
Loseblatt-Sammlung, 144,00 EUR

Klappentext

Edition von Einzelblättern in einer verschnürten Mappe. Auflage: 25 Stück.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 16.08.2003

Der Fotograf Kai-Olaf Hesse ist nach Ansicht von Rezensent Ulf Erdmann Ziegler einer der wenigen deutschen Fotografen, die auf "hohem Niveau" in der Tradition der "Topographie" - der fotografischen Dokumentation der sozialen Landschaft - arbeiten und sie durch "umfassende und komplexe Werkgruppen" bereichern. Nach Arbeiten über die Industriebrachen zwischen Dessau und Bitterfeld, über die USA und zuletzt über eine irische Werft legt Hesse nun unter dem Titel "67/89" eine Sammlung "siebzehn kollektiver Erinnerungsbilder der westdeutschen Geschichte, Orte ziviler und staatlicher Gewalt" vor, berichtet Ziegler. Während Hesse bisher möglichst viele Referenzen und Assoziationen in ein Bild zu schichten und zu verbinden suchte, so Ziegler, "geht es hier um die einmalige - und durchaus vom Zufall beeinflusste - Begegnung mit historischen Orten von mythischer Dimension." So stehe ein karges Betonplateau im Niemandsland für die Blockade eines amerikanischen Raketendepots im Schwäbischen im September 1983. Als charakteristisch für die siebzehn Fotografien nennt Ziegler das Hesses "Studium des Alltäglichen", das er in einfachen, aber eindrücklichen Ansichten erlebbar mache: "die Bundesrepublik wird besichtigt, und sie sieht sich ähnlich".