Jutta Limbach

Hat Deutsch eine Zukunft

Unsere Sprache in der globalisierten Welt
Cover: Hat Deutsch eine Zukunft
C. H. Beck Verlag, München 2008
ISBN 9783406572340
Gebunden, 106 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Deutsch spielt keine Hauptrolle im weltweiten Sprachenkonzert; an der Stellung der globalen lingua franca Englisch kann und will niemand mehr rütteln. Trotzdem, Deutsch ist eine beachtliche "Regionalsprache" in der Europäischen Union. 32 Prozent aller EU-Bürger sprechen deutsch (51 Prozent englisch, 26 Prozent französisch und 15 Prozent spanisch). Wie wird sich das Deutsche in einer erweiterten Union behaupten, in der offiziell 20 Sprachen gesprochen werden? Und innenpolitisch ist die Frage, welche Integrationskraft das Deutsche entwickeln wird und welche Perspektiven ein Konzept von Mehrsprachigkeit eröffnet. Taugt die Sprache als Instrument der Integration und in welcher Weise können Rechtsnormen den Sprachgebrauch beeinflussen? Jutta Limbach, die als Präsidentin des Goethe-Instituts in besonderer Weise mit den Themen"Spracherwerb"und"Sprachkultur"befasst ist, geht in diesem Buch der Frage nach, welche Rolle wir selbst dem Deutschen zubilligen, was uns zu recht daran hindert, sprachlich aufzutrumpfen und weshalb es dennoch sinnvoll ist, uns mit Nachdruck für eine konsequente Sprachpraxis einzusetzen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.07.2008

Verhalten äußert sich Rezensentin Stefana Sabin über Jutta Limbachs Buch "Hat Deutsch eine Zukunft?" Wie sie berichtet, setzt sich die ehemalige Verfassungsrichterin und Präsidentin des Goethe-Instituts mit der Frage auseinander, ob und wie das Deutsche dem Druck des Englischen und der Konkurrenz anderer Sprachen standhalten kann. Die Überlegungen der Autorin findet Sabin zwar nicht verkehrt, aber auch nicht besonders originell oder gar brisant. Zudem scheint ihr die Darstellung etwas "kraftlos", wofür in ihren Augen der bisweilen "bürokratische Ton" verantwortlich ist, der für sie eher nach Verfassungsgericht als nach Goethe-Institut klingt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.05.2008

Thomas Steinfeld widmet diesem Buch der einstigen Präsidentin des Verfassungsgerichts und des Goethe-Instituts den Aufmacher des Feuilletons. Dabei lässt er keinen Zweifel daran, dass er es eigentlich banal findet. Er attestiert dem Buch "harmlos bürokratische Gesinnung" und philologische Leichtgewichtigkeit. Das große Interesse an diesem Buch (wie auch an Bastian Sicks Grammatik-Fibeln) erklärt sich Steinfeld denn auch mit dem generellen Unbehagen am Zustand der deutschen Sprache. Hier fühlt sich der Rezensent jedoch berufen, den Irrtum auszuräumen, das Englische sei Schuld an der Verkümmerung des Deutschen. Viel größer ist Steinfelds Meinung nach die Bedrohung, die von der "Verrohung der öffentlichen Sprache" ausgeht. Als Beleg führt er ein Zitat von Bankchef Josef Ackermann an, der gern einem "Kurs zeitnaher Transparenz" folge und sich für "zielführende Reformen" einsetze. Steinfelds Fazit: "Das haltlose Gerede der ökonomischen und politischen Eliten dürfte in der deutschen Sprache weit größeren Schaden anrichten, als ihn alle 'meeting points' und 'Backshops' zusammen je zustandebringen dürften."
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