Jutta Haußer

Mit Lachen den Schlaf vertreiben

Literatur- und kulturhistorische Aspekte des Lachens im China und Japan des 17. Jahrhunderts. Ein Vergleich von Xiaohua und Kobanashi. Diss.
Cover: Mit Lachen den Schlaf vertreiben
Iudicium Verlag, München 2001
ISBN 9783891297308
Broschiert, 334 Seiten, 40,00 EUR

Klappentext

Anfang des 17. Jahrhunderts sehen wir uns in Japan unvermittelt einer Fülle von kleinen amüsanten Texten gegenübergestellt, die in immer neuen Sammlungen und Auflagen auf den Markt drängen, den sogenannten Kobanashi. Während ihre Inhalte von feinsinnigen Gedichtparodien bis hin zu obszönen Zoten reichen, erzählen sie uns mit einem Augenzwinkern vom Lebensniveau und Lebensgefühl ihrer Zeit. Doch was war der Anstoß für ihr Entstehen, und in welcher Beziehung standen sie zu den chinesischen Xiaohua, Schwänken, die damals in Japan so populär waren? Anhand zahlreicher Beispiele geht diese Studie Fragen zu gattungstheoretischen, ästhetischen sowie soziokulturellen Aspekten nach und hilft so, Hintergründe zu erhellen und mitzulachen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.11.2003

In Japan wird nur gelächelt. Von wegen! Der mit "L.L." zeichnende Rezensent hat in Jutta Haussers "umsichtiger" und "sachlich ergiebiger" Studie erfahren, dass sowohl Japan als auch China auf eine Tradition des "lautstarken und exzessiven" Lachens zurückblicken können. Hausser untersuche die aus dem 17. Jahrhundert stammenden, "Xiaohuha" genannten "chinesischen Schwänke" und deren japanischen Gegenstücke, die "Kobanashi", auf literar- und kulturhistorische Aspekte des Lachens. Ihrer "reichlich belegten" Studie dienen unter anderem die "Welt der Narren", die "Rolle der Frauen", die "konfuzianische Welt mit ihren Beamten- und Lehrertypen, die buddhistische mit Mönchen und Novizen, Krankheit, Tod und Traum als Grenzerfahrungen des Lachens" als Schwerpunkte. Alles in allem hätte sich der Rezensent allerdings mehr "anarchischen Witz" gewünscht, gerade bei einem solchen Thema. Dieses Buch habe eher etwas von "akademischer Qualifikationsliteratur".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.12.2002

Jutta Haußer zeigt in ihrer vergleichenden Studie zum Lachen im China und Japan des 17. Jahrhunderts, dass auch Ausdruck, Beweggründe und Bedürfnisse des Lachens vielfach kulturell bedingt sind, notiert Rezensent Steffen Gnam. Ohne die europäische Lachkultur aus den Augen zu verlieren, untersucht die Autorin japanische und chinesische Witzgeschichten aus dem siebzehnten Jahrhundert, berichtet Gnam. Wie er ausführt, stellt Haußer die chinesische Textsorte der "Xiaohua" ("Lacherzählungen") und die japanischen "Kobanashi" ("Kleine Geschichten") der Edo-Zeit (1600 bis 1868) in Textbeispielen und thematischen Erläuterungen vor, wobei sie rhetorische, motivische und ästhetische Elemente aufgreife. Dabei erkennt Haußer laut Rezensent in den Sammlungen Anklänge an westliche Kurzformen wie Schwank, Witz, Rätsel, Anekdote und Sprichwort, die sie mit asiatischen Begriffen und Bestrebungen zur Katalogisierung des Lachens vergleicht. Gnam hebt hervor, dass Haußer ausführlich auf das Konzept des Narren in den verschiedenen Kulturen eingeht: "Während die europäische Narrenidee in erster Linie Krankhaftes und erst später Aufschneidereien und Eulenspiegeleien assoziierte", referiert Gnam, "steht ihr in Asien ein ganzheitliches Humorkonzept gegenüber, das keine dummen oder weisen Narren und keine Trennung zwischen Subjekt und Objekt des Lachens kennt."
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