Aus dem Amerikanischen von Irma Wehrli. Ein sonniger Frühlingstag im Jahr 1942, Berkeley, Kalifornien. Am Postamt liest die Mutter den Evakuierungsbefehl, geht nach Hause und beginnt die wichtigsten Habseligkeiten der Familie zusammenzupacken. Wie Zehntausende weitere japanischstämmige Amerikaner in den Westküstenstaaten betrachtet man sie als Sicherheitsrisiko, seit die USA mit Japan im Krieg stehen. Schnörkellos, präzise und aufwühlend erzählt Julie Otsuka in ihrem Roman von der wachsenden antijapanischen Stimmung unter den bislang so freundlichen Nachbarn, der Deportation in ein Internierungslager im Wüstenhochland von Utah, den prekären Verhältnissen in den Baracken hinter Stacheldraht, von Angst und Einsamkeit - und schließlich von der Rückkehr der Familie, für die nichts mehr so sein wird wie zuvor.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 22.01.2020
Rezensentin Katharina Borchardt lernt mit Julie Otsukas Debütroman das kaum bekannte Schicksal japanischer US-Bürger nach dem Angriff auf Pearl Harbor kennen. Die autobiografische Ebene des Textes bleibt der Rezensentin nicht verborgen, bedeutsamer erscheint ihr allerdings die knappe, "visuell prägnante" wie "emotional präzise" Erzählweise, die bei der Leserin auch ohne große Symbolik keinen Zweifel lässt, dass die geschilderten Ereignisse entsetzlich sind. Von den Deportationen japanischer US-Bürger berichtet Otsuka laut Borchardt authentisch und mittels unterschiedlicher Erzählperspektiven auf berührende Weise.
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