Julian Opie

Portraits

Deutsch / Englisch
Cover: Portraits
Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2003
ISBN 9783775713016
Gebunden, 296 Seiten, 39,80 EUR

Klappentext

Text von Daniel Kurjakovic. Mit 129 farbigen Abbildungen. Wie weit kann man die Gesichtszüge eines Menschen vereinfachen, ohne dessen Individualität preiszugeben? Zum ersten Mal versammelt die Publikation die viel beachteten Porträts des britischen Künstlers Julian Opie von 1997 bis 2002, in denen er die Grenzen der Stilisierung auslotet. Grundlage für die Porträts sind Fotovorlagen, die der Künstler zunächst einscannt und dann mithilfe eines Computerprogramms umarbeitet. Das Subjekt wird dabei auf charakteristische Eigenarten der Physiognomie reduziert, Details werden vergröbert. Mit den schwarzen Konturlinien, farbig monochromen Hintergründen sowie Punkt- und Strichkürzel für Augen, Nase und Mund erinnern die Porträts an Comic-Figuren oder auch an Firmenlogos - es scheint, als habe Julian Opie für jeden Porträtierten ein individuelles »corporate logo« geschaffen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.02.2003

Kann man Gesichtszüge vereinfachen, ohne dabei die Individualität aufs Spiel zu setzen? Laut Rezensent "lanf" ist das die Frage, die den Künstler Julian Opie umtreibt, der mit seinen seriellen Bildern die Grenze zwischen Piktogramm und Individualität auslotet. Rein technisch betrachtet - kein Problem, berichtet "lanf", Opie bediene sich der Mittel digitaler Bildbearbeitung und der vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten des Mediums. "Wie ein Comiczeichner" abstrahiert Opie dabei die Gesichter seiner fotografierten Freunde und Bekannten, die wie etwas traurige Freunde von Tim und Struppi aussähen. Wesentliches wird betont, anderes weggelassen, erklärt "lanf". Verniedlicht würden die Menschen dadurch nicht. Aber dass sich ein Betrachter spontan in das dahinter vermutete Wesen eines dieser stilisierten Bildnisse verlieben kann - so wie in "Amelie", meint "lanf" - sei auch nicht vorstellbar.
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