Aus dem Englischen von Maria Andreas. Wie angelt man sich einen echten Adeligen? Eine junge bürgerliche Frau mit großen Ambitionen schafft das Unmögliche, obwohl die zukünftige Schwiegermutter ihr das Leben zur Hölle macht. Der ultimative Roman über die feinen Leute im Mutterland der Snobs. Edith Lavery ist eine hübsche junge Frau mit Porzellanhaut, großen Augen und angenehmen Umgangsformen. Sie weiß, dass nur eine Heirat ihr Rang und Vermögen sichern können. Durch Zufall begegnet sie Charles Broughton, Erbe aus altem britischem Adel. Der etwas schüchterne junge Mann lädt Edith zum Essen ein und erweist sich als echter Gentleman. Im exklusiven Londoner Club lernt Edith gleich zwei Gepflogenheiten der britischen Oberschicht kennen: das seltsame Bedürfnis, ständig vorzuführen, dass alle einander kennen, und dass lächerliche Spitznamen wie Nuckel oder Guggi nur untereinander verwendet werden dürfen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.05.2007
Woher nimmt dieser Julian Fellowes nur seine Bewunderung für die verlogenen Lebensmaximen der englischen Upperclass, die er so trefflich seziert, fragt sich Rezensent Ijoma Mangold. Ganz einfach, lautet die Antwort: So etwas sei erstens "irrational" und zweitens gebühre dem Kastensystem schon aufgrund seiner "Skurrilität" Respekt. Der Rezensent sieht in dieser leicht dubiosen Logik des Autors einen nicht unwichtigen Grund für das "Vergnügen" des Lesers, neben all den präzisen Beobachtungen an Lady Uckfield und Co. Bewundernswert an der von Julian Fellowes gezeichneten Oberschicht sei vor allem deren "entspannte Erhabenheit", mit der sie sich über jede Anstrengung zum Witz oder zu besonderen Fähigkeiten erhebe. "Flügelschlagen", laute die Maxime dieser Welt, sei etwas für Parvenüs.
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