Juli Zeh

Alles auf dem Rasen

Kein Roman
Cover: Alles auf dem Rasen
Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 2006
ISBN 9783895610592
Gebunden, 296 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Gibt es eine Demokratie ohne Nebenwirkungen? Finden sich auf dem Europäischen Markt noch Tabus made in Germany? Warum langweilt uns die Pornografie? Kann man schreiben lernen, hat die Literatur noch etwas zu erzählen, und worin liegt der psychologische Nutzen von Altpapier? Juli Zeh bezieht Stellung zu den viel diskutierten Fragen unserer Zeit. "Alles auf dem Rasen" versammelt 30 Beiträge zu Gesellschaft, Politik, Recht und Literatur. Kapitalismusdebatte und Kanzlerinnenfrage, Generationenvertrag und Globalisierung werden ebenso hinterfragt wie (Traum)Frauen, Fräuleinwunder und der "permanente Zweifelsfall der Liebe".Juli Zeh berichtet von den ehemaligen Kriegsschauplätzen auf dem Balkan und untersucht die Befindlichkeiten im "neuen" Europa: einem Kontinent zwischen Resignation und Zuversicht, wo nichts geht, aber alles funktioniert.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.10.2006

Juli Zeh schreibe über alles und jedes, und zwar gleich gut und gleich kompetent, lobt Rezensent Samuel Moser diesen Band mit journalistischen Arbeiten der Autorin, der sich dann in seiner Kritik aber ziemlich abarbeitet an der Perfektion dieser Autorin. Denn die scheint ihm nicht ganz geheuer zu sein. "Altklug" oder "weise" so ganz weiß er nicht, wie er die promovierte Juristin und Romanautorin einordnen soll, die, wie er feststellt, noch nicht dreißig war, als sie die meisten der im Band versammelten Texte schrieb. Er bewundert ihr kühles, politisches Denken sowie ihr gleichzeitiges Interesse für Menschenrechte. Am besten gefallen ihm die Reiseberichte, auch wenn manches darin aus seiner Sicht "gefällig" wirkt. Er nimmt auch ihr "poetisches Auge" zur Kenntnis, sucht aber im Band nach Äußerungen zu ihrer Poetologie vergebens. Altbacken findet er einen Text über das "Literarische Ich", enttäuschend und oberflächlich auch Zehs Ausführungen zum Buchmarkt, die ihm außer ein "paar smarten Bonmots" wenig zu bieten hatten.
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