Jürgen Manemann (Hg.)

Monotheismus

Jahrbuch Politische Theologie, Band 4
LIT Verlag, Münster 2002
ISBN 9783825844264
Broschiert, 200 Seiten, 20,90 EUR

Klappentext

Das "Jahrbuch Politische Theologie" zielt in fächerübergreifenden Studien und Debatten v. a. auf diese Neubestimmung des Verhältnisses von Religion und Politik, von Christentum und politischer Kultur an den Grenzen der Moderne. Der 4. Band schaltet sich in den gegenwärtigen Diskurs über den Monotheismus ein. Mit dieser Thematik steht das Zentrum politisch-theologischen Denkens zur Debatte. Das Jahrbuch setzt an mit der Frage nach dem Zusammenhang von Ethik und Monotheismus und fokussiert die Kritik des ethischen Monotheismus im ausgehenden 20. Jahrhundert. Der Band enthält Analysen gegenwärtiger Anti- Monotheismen in der (post-)modemen Gesellschaft und in christlichen trinitätstheologischen Auslegungen. Zur Debatte steht im besonderen das Monotheismus Verständnis, das Jan Assmann in seinen Studien entworfen hat und sein Versuch, die dem Monotheismus inhärenten Feindbilder, nämlich Ägypten und den Polytheismus, zu rehabilitieren. Neben einer ausführlichen Rezensionen über die populärwissenschaftlichen Angriffe gegen den biblischen Monotheismus werden Projekte vorgestellt, die hier angerissene Problemzusammenhänge gesellschaftspolitisch umzusetzen versuchen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.12.2002

Im Spannungsfeld zwischen der Rückkehr der religiösen Werte einerseits und der Dämonisierung der Religion andererseits hat das "Jahrbuch Politische Theorie" dem Ägyptologen Jan Assman das Wort gegeben, um der Frage nachzugehen, wie gefährlich Monotheismus sei. Assmann, so Rezensent Thomas Assheuer, vertrete die These, dass die Gewalt, die mit den monotheistischen Religionen einhergehe, die "logische Folge der ursprünglichen Botschaft" sei, nämlich der "elementaren Unterscheidung von wahr und falsch, gut und böse". Moses stehe für diesen Monotheismus, der den Mythen als Ganzes der "menschlichen Schicksalswelt" ihren Zauber genommen habe, und der in der Unterscheidung von wahr und falsch die Menschen in Freund und Feind gespalten habe. Der Rezensent nennt Assmanns These "starken Tobak" und berichtet ausführlich über die von den einzelnen Wissenschaftlern angeführten Gegenargumenten. Zum einen sei die Wahr-Falsch-Unterscheidung nicht gewalttätig, zum anderen sei die unter den Mythen liegende Welt keinesfalls "friedfertig" gewesen. Auch werde betont, dass die Bibel eine "Gewaltkritik" darstelle, und dass der Monotheismus erst mit der Annahme einer "politischen Form" gewalttätig geworden sei. Doch letztlich sei Assmann bemüht, die "monotheistische Idee" zu "retten". Der Herausgeber Jürgen Manemann, so der Rezensent, fürchte dagegen eine "neuheidnische Wende", die ethische Betrachtungen ausräume oder sich um "neomythische" Potpourris zu formieren.
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