Mit farbigen Fotos. Papst Franziskus pflegt nicht nur einen neuen Stil der Amtsführung. Er setzt auch ungewohnte Schwerpunkte. Kirche steht für ihn nicht außerhalb der Welt, sondern ist ein Teil von ihr, im Guten wie im Schlechten. Sein Anliegen ist, dass aus Kirche wie Gesellschaft niemand ausgeschlossen wird. Alle sollen menschenwürdig in Freiheit und Sicherheit leben können. Dafür reicht ein "Weiter so" nicht aus. Franziskus setzt Zeichen, arbeitet an Grundlagen und Strukturen: Sein erster Besuch galt den überlebenden und den ertrunkenen Flüchtlingen auf Lampedusa. Er rüttelte an der Mauer, die Israelis und Palästinenser trennt. An der Grenze Mexikos zu den USA widersprach er Präsident Trumps Mauerbauplänen. Die Weltklimakonferenz in Paris hat er mit einer Enzyklika unterstützt, die den Kern des Christentums mit dem Schutz der Schöpfung und einer gerechten Verteilung der Ressourcen verknüpft. Jürgen Erbacher zieht nach fünf Jahren eine Zwischenbilanz.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.07.2018
Der hier rezensierende Theologieprofessor Benjamin Dahlke wird nicht gerade von Optimismus überwältigt bei der Lektüre von Jürgen Erbachers "konzentrierter" wie "ausgewogener" Zwischenbilanz des Pontifikats von Papst Franziskus. Trotz der vom Autor aufgeführten Reformbemühungen des Papstes in Sachen Dialog und Sozialethik fehlen Ergebnisse, stellt er fest. Dass der ZDF-Journalist Erbacher Sympathie für Franziskus bezeugt, aber dennoch unparteiisch bleibt und etwa dessen brüsken Führungsstil vermerkt, gefällt Dahlke gut. Das Potential des aktuellen Pontifikats wird für den Rezensenten immerhin deutlich.
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