Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.02.2002
Jürgen Engert, lange Jahre Chefredakteur des SFB und einer der "bekanntesten Journalisten des deutschen Fernsehens", erinnert sich und blickt zurück - leider wenig erhellend, klagt Lars Langenau. Der kann der Biografie des Fernsehmannes nicht allzuviel abgewinnen. Über weite Strecken reproduziere Engert Klischees, schreibe über Unbedeutendes und langweile den Leser in seinen Anekdoten mit Plattitüden, ärgert sich der Rezensent. Allerdings, räumt Langenau ein, schimmere hier und da durch, dass Engert doch erzählen könne, etwa in seinen Episoden über den "gesamtdeutschen Typus" Helmut Kohl und den "spezifischen Typus" Manfred Stolpe. Schade nur, denkt Langenau, dass er derart scharfe Betrachtungen eines "eingefleischten Journalisten" der alten Schule in diesem Buch viel zu selten finden konnte.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 13.12.2001
Die Lektüre der Erinnerungen der beiden Journalisten Jürgen Engert, "Mein Gott Berlin", und Wolf von Lojewski, "Live dabei", sei eine große Freude, verspricht Haug von Kuenheim - und spricht ihnen im Übrigen seine Bewunderung für ihren Lebens- und Berufsweg und vor allem für ihre Bescheidenheit aus. Der Journalist Engert, so der Rezensent, kam 1954 mit 18 Jahren von Dresden nach Westberlin und blieb zeit seines Lebens dort. Engert berichtete zunächst für ein Boulevardblatt, dann für den SFB und baute schließlich das ARD-Hauptstadtstudio mit auf. Sein Leben erzähle er in Episoden: manche direkt, manche anekdotisch, manche in Form einer Parabel - was laut Kuenheim Rückschlüsse auf den literarischen Ehrgeiz Engerts zulässt. Jede dieser Geschichten hat der Rezensent als "ein Stück Geschichte" gelesen: über Menschen und das Berlin der Mauerzeit, das von den Westdeutschen wenig beachtet wurde. Für besonders gelungen hält Kuenheim Engerts Parteinahme für den umstrittenen Manfred Stolpe: Sie beinhalte eine kluge und überzeugende Analyse der politischen Verhältnisse in der DDR.
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