Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.06.2000
"Was können Gedichte sein?" fragt Bernadette Conrad gleich im ersten Satz und antwortet: "Feine Unterscheidungen", was ihr wie maßgeschneidert für den neuen Gedichtband von Jürg Federspiel erscheint. In diesem Band sind 39 ältere und neuere Gedichte versammelt, die sich häufig erst nach mehrfachem Lesen erschließen, wie die Rezensentin schreibt, und die sie deshalb "geschichtete Gedichte" nennt. Es gelte die Bezüge herauszufinden zu anderen Geschichten und Geschichtenerzählern oder auch zu eigenen Erfahrungen, um die Gedichte Federspiels schichtweise freizulegen. Feinheiten, feine Unterscheidungen der Rezensentin, die sich der Mühe der "geduldigen Lektüre" gerne unterzogen hat und den "Ton der wachen Melancholie" Federspiels rühmt.
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