Juan Pablo Villalobos

Fiesta in der Räuberhöhle

Roman
Cover: Fiesta in der Räuberhöhle
Berenberg Verlag, Berlin 2011
ISBN 9783937834450
Gebunden, 76 Seiten, 19,00 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Carsten Regling. Tochtli, zwölfjähriger Sohn eines mexikanischen Drogenhäuptlings, erzählt, wie man aufwächst in Reichtum, Einsamkeit, mit einem Vater, der ihm alles schenkt, was er will, und mit wilden Gestalten, von denen ab und zu einer nicht mehr wieder kommt. Von diesen lernt er alles über Bauch- und Kopfschuss. Den Rest erledigt sein Privatlehrer, ein enttäuschter Revoluzzer: Franzosen sind gute Kopfabschneider, Yankees sind an allem Schuld, bringen aber Dollars und Waffen, mit denen man gut spielen kann. Nur ein liberianisches Zwergnilpferd ist nicht so ganz leicht zu haben. Ein Miniroman, der auf wenigen Seiten mehr über Mexiko, Lateinamerika, seine fatale Abhängigkeit und seine Neigung zu Größenwahn und vergänglichem Ruhm erzählt als alles, was man in der Zeitung findet.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.08.2011

Ein junger mexikanischer Autor erzählt hier kunstvoll über die mexikanische Drogenmafia, ohne Empörung. Und doch scheint gerade die einer Milieustudie angemessene Unaufgeregtheit den Rezensenten hinzuweisen auf die Unerhörtheit, die Gewalt, die Gier und das Absurde des pervertierten Drogenreichtums. Darüber hinaus schätzt Kersten Knipp Juan Pablo Villalobos' Lakonie, sie scheint ihm ein dem Gangsterdasein gut abbildendes Mittel zu sein. Unterhaltsam ist das Buch laut Knipp auch, so düster es ist.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.07.2011

Mit gewöhnlichen literarischen Mitteln, ist Wolfgang Schneider überzeugt, kommt man dem Drogenkrieg, der ganze Landstriche in Mexiko verheert, keinesfalls bei. Roberto Bolano hat es - außerordentlich gelungen, wie Schneider findet - in "2666" mit überbordender Sachlichkeit in der Aufzählung von Frauenmorden versucht. Juan Pablo Villalobos nähere sich der Angelegenheit auf ganz andere Weise. Zum Erzähler und Protagonisten macht er nämlich einen halbwüchsigen Jungen, dessen - meist - altersgemäß naive Weltsicht er als Instrument der Verfremdung benutzt. Tochtli sein Name, sein Vater ist Yolcaut, "El Rey" genannt: ein Drogenbaron. Köpfe rollen reichlich, nach Liberia wird gereist, und der Rezensent hat gegen all das keinen literarischen Einwand.
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