Aus dem Spanischen von Georg Oswald. Ein Schuhmacher, der sich an die Kunst der Landwirtschaft wagt, ein Glöckner, der sich trunken an den Klöppel seiner Glocke hängt und zum Stundenschlag ausholt, wann es ihm gefällt, eine Geschäftsfrau, die den Rotlichtbereich der Stadt unter ihre Kontrolle bringt, ein Dichter, der mit einer eloquenten Muse Schönheitssalben verkauft, ein Erdbeben, das die hergebrachte Ordnung auf den Kopf stellt, und immer wieder die Ureinwohner, die vergebens um das Recht ihres angestammten Landes kämpfen...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.03.2012
Kersten Knipp wirft sich hinein in das Stimmengewirr eines Jahrmarkts, ach was, eines ganzes mexikanischen Dorfes in Juan Jose Arreolas Roman (Roman? Knipp weiß nicht recht). Dass der Autor weder Scheu vor großen Figuren noch vor Sprechblasen hat, merkt er schnell. Neben den Konquistadoren, den Missionaren und Priestern regiert das Wort, besser: die Redensart, wie sie das postkolumbianische Zeitalter en masse hervorgebracht hat. Der Autor sammelt sie und spießt sie auf, laut Knipp mit viel Vertrauen in die dissonanten Stimmen. Das Abbild seines Volkes liefert er locker mit, wie Knipp lobt, formvollendet, auch in der Übertragung durch Georg Oswald.
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